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Studierende ziehen Digitalunternehmen der Old Economy vor

Annette Mattgey Veröffentlicht am 21.02.2013 - 16:25 Uhr

Studierende ziehen Digitalunternehmen der Old Economy vor
Foto: © BVDW

Autohersteller sind out, Multimedia ist in - drei Viertel der befragten Studenten strebt einen Job in der Digitalbranche an. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft(BVDW) analysierte in Kooperation mit sechs Hochschulen und Bildungseinrichtungen die Erwartungen von Studierenden an ihr zukünftiges Arbeitsleben. 75,5 Prozent können sich vorstellen, in der Digitalbranche tätig zu werden. Eine ähnliche Bedeutung besitzt der Mediensektor, in dem sechs von zehn  (62,6 Prozent) ihre berufliche Zukunft sehen. Mit einem deutlichen Abstand folgen die Branchen Freizeit und Sport (27,9 Prozent), Beratung (25,8 Prozent), Handel und Versand (25,2 Prozent), Unterhaltungselektronik (21,8 Prozent) sowie Kunst und Kultur (21,2 Prozent). Auf den hinteren Plätzen der präferierten Branchen finden sich der Kraftfahrzeugmarkt (19,3 Prozent), Telekommunikation (17,5 Prozent), die Textil- und Bekleidungsindustrie (17,2 Prozent) sowie der Forschungssektor (17,2 Prozent).

Irgendwas mit Marketing, Projektmanagement oder PR

An oberster Stelle ihrer Karriereplanung steht vorwiegend ein Master- oder Bachelorabschluss mit dem Ziel einer Festanstellung in der Digitalbranche oder im Mediensektor. Marketing und Vertrieb, Projektmanagement sowie Public Relations und Kommunikation sind die Wunsch-Abteilungen  der Teilnehmer. Nur leider sieht der Bedarf etwas anders aus. Daraus zieht der BVDW den Schluss, sich noch frühzeitiger an der Hochschulausbildung zu beteiligen. An der BVDW-Umfrage nahmen Studierende aus medien- und wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen in Deutschland teil.

Harald R. Fortmann, Vizepräsident des BVDW: „Die Arbeitgeber der digitalen Wirtschaft zählen bei den Studenten aktuell zu den attraktivsten Branchen. Damit diese Entwicklung weiterhin Bestand hat, müssen wir gemeinsam mit Hochschulen und Weiterbildungsträgern die zukünftigen Nachwuchskräfte auf ihren Berufseinstieg intensiver vorbereiten. Demnach muss die Branche die Institute bei der Aktualisierung Ihrer Lehrpläne stärker unterstützen. Generell muss das Interesse für bestimmte Unternehmensbereiche geweckt werden, die nicht ausschließlich aktuellen Trends unterliegen.“

Lücke zwischen Soll und Ist

Das, was die Unternehmen an Fertigkeiten verlangen, können viele der Studierenden nicht bieten. Sie erwarten vor allem Qualifikationen in Mobile Marketing (60,9 Prozent), Social Media (60,5 Prozent), E-Commerce (59,3 Prozent), Online-Vermarktung (53,0 Prozent), Mediaplanung (51,7 Prozent), Bewegtbild (43,1 Prozent) und E-Mail-Marketing (32,9 Prozent). Zwar halten sich zwei von drei Studenten (59,2 Prozent) als ausreichend qualifiziert für den Berufseinstieg in der Digitalbranche. Auf Nachfrage tun sich jedoch Wissenslücken auf. 38 Prozent bekunden ihre Kenntnisse im Bereich Social Media, aber nur jeder Zehnte konnte in nahezu allen anderen Disziplinen erste Erfahrungen vorweisen.

Kreation ist verpönt

Die Diagnose, dass Kreation keinen guten Ruf bei jungen Leute hat, zeigt auch die aktuelle BVDW-Umfrage. Erst kürzlich hatte Anette Scholz, Scholz & Volkmer, im Interview einen ähnlichen Befund geliefert. Die meisten bevorzugen für ihren Berufseinstieg die drei Unternehmensbereiche Marketing und Vertrieb (56,4 Prozent), Projektmanagement (53,1 Prozent) sowie Public Relations und Kommunikation (40,5 Prozent). Darauf folgen die Bereiche Produktmanagement (32,8 Prozent), Strategie und Business Development (28,2 Prozent) sowie Beratung und Customer Relationship Management (27,9 Prozent). Als weniger attraktiv gelten Kreation (18,4 Prozent), Controlling und Finanzen (18,1 Prozent) sowie IT/EDV/Technik (9,2 Prozent).

Zu besetzen sind teilweise andere Bereiche: Die Unternehmen der digitalen Wirtschaft suchen zwar verstärkt neue Mitarbeiter im Bereich Projektmanagement (68,1 Prozent), Marketing und Vertrieb (64,7 Prozent) und Produktmanagement (44,1 Prozent). Überdies wünschen sich die Unternehmen Fachkräfte mit Schwerpunkten, die weniger von den Studenten bevorzugt werden. Die größten Unterschiede zwischen Angebot und Nachfrage zeigen sich demnach in den Unternehmensbereichen IT/EDV/Technik (65,6 Prozent), Beratung und Customer Relationship Management (56,1 Prozent), Strategie und Business Development (52 Prozent) sowie Public Relations und Kommunikation (21,9 Prozent).

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