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Mitarbeiterführung

Pro: Chefs coachen ihre Mitarbeiter

Annette Mattgey Veröffentlicht am 07.03.2013 - 17:33 Uhr

Pro: Chefs coachen ihre Mitarbeiter
Foto: © Unternehmen

Gerade im Mittelstand hängt die Personalentwicklung oft an einer Person - dem Chef. Persönliche Begleitung und Coachings sind oft Fehlanzeige. Um seine Mitarbeiter zu motivieren, empfiehlt Sebastian Bosch, Geschäftsführer der Digitalagentur Mosaiq Media, sich selbst zum Coach ausbilden zu lassen - eine lohnende Investition.

Hinter jedem Profisportler steht ein engagierter Coach. Seine Aufgabe ist es zu motivieren und zu fördern, Grenzen zu erkennen und einen individuellen Trainingsplan zu erstellen. Er ist es auch, der kämpferische Disziplin erwartet, Topleistungen fordert und lobt wenn diese erbracht werden. Was für den Sport gilt, das trifft auch auf den Beruf zu. Aber nicht jeder, der ein Unternehmen gründet ist automatisch auch ein guter Chef.

In Konzernen sind Themen wie Personalentwicklung und Weiterbildung schon lange institutionell etabliert. Im Mittelstand dagegen hängt das Karriere-Coaching zum größten Teil von einer Person und ihrem Führungsstil ab – dem Chef. Studien belegen, dass hier der Mittelstand noch Nachholbedarf hat. Das Ergebnis einer Umfrage des spezialisierten Personaldienstleisters Robert Half zeigt, dass ein Drittel der 6000 Befragten nie ein Coaching bekommt und 28 Prozent höchstens einmal im Jahr. Dabei wünschen sich 88 Prozent der Arbeitnehmer einen Vorgesetzten, der auch ein guter Karriere-Coach ist. Dreiviertel (77 Prozent) teilen die Meinung, dass eine Karriereförderung dazu beitragen würde, ihre Arbeitsleistung zu verbessern.

Geeignet, um Talente anzuziehen und an sich zu binden

Den meisten Mittelständern scheint noch nicht klar zu sein, dass sie um die gleichen Arbeitnehmer und Fachkräfte buhlen wie die Konzerne. Zum einen steigert ein Karriere-Coaching die Attraktivität als Arbeitgeber und zum anderen sorgt es für zufriedene Mitarbeiter, die sich gerne an das Unternehmen binden. In meiner Agentur Mosaiq Media versuche ich, der Förderung der Mitarbeiter und einer ausgewogenen Work-Life-Balance einen hohen Stellenwert zu geben. Aus diesem Grunde habe ich mich auch für eine Zertifizierung als Business-Coach bei einem vom Deutschen Verband für Coaching & Training e.V. anerkanntem, Ausbildungsinstitut entschieden. Zu den Lernzielen gehört es, die Potenziale der Mitarbeiter zu erkennen, ihre Kräfte freizusetzen und ihnen bei deer Entfaltung zu helfen. Auch die Felder Konfliktmanagement und Zielfindung haben ihren Platz im Lehrplan.

Wenn Menschen zusammen arbeiten prallen unterschiedliche Überzeugungen, Bedürfnisse und Werte aufeinander. Meine Aufgabe sowohl als Chef als auch als Coach liegt darin, Probleme in Ziele zu verwandeln und neue Perspektiven aufzuzeigen. Durch wirkungsvolle Coaching-Instrumente können wir als Team komplexe Prozesse analysieren und anhand von Hebelwirkungen innerhalb der Gruppe Synergieeffekte erkennen. Das spart Zeit, Energie und schweißt zusammen, weil jeder Teil des Prozesses ist und dazu lernt.

Sensibel bleiben für individuelle Unterschiede

Eine Herausforderung im Karriere-Coaching ist, dass nicht alle Arbeitnehmer gleichermaßen auf das Coaching reagieren. Unterschiedliche Persönlichkeiten brauchen ein individuelles Training. Um herauszufinden, zu welcher Typ-Kategorie die Mitarbeiter gehören, wendet Mosaiq Media außerdem eine Persönlichkeitsanalyse mit der Insights-Methode an. Sie beruht auf dem erprobten DISG-Modell. Bei der Insights-Methode werden die Angestellten einem Typ mit der Farbe Rot, Gelb, Grün oder Blau zugeordnet, wobei jede Farbe für bestimmte Charaktereigenschaften steht. Das Spektrum reicht vom lebhaften "Inspirator" bis zum ruhigen "Berater".

Die sich aus dem Karriere-Coaching ergebenden Vorteile liegen auf der Hand: Die Arbeitsleistung und die Produktivität werden gesteigert. Gleichzeitig lernt man als Chef die Kompetenzen des Teams besser einzuschätzen und sie gezielter einsetzen. Je höher der Grad an Qualifikation eines Mitarbeiters, desto höher ist auch der Nutzen für das Unternehmen. Ein Arbeitgeber, der die Weiterbildung und Förderung der Mitarbeiter unterstützt, wird außerdem wertgeschätzt. Die erworbenen Kenntnisse der Angestellten können im Berufsalltag - und darüber hinaus - sowie bei Projekten eingebracht werden. Das sorgt wiederum für Erfolgserlebnisse und fördert die Teamarbeit. Engagement, Motivation und nicht zuletzt Vertrauen in die Chefetage sind das Ergebnis.

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