"Das Potenzial von Digital wird am besten ausgeschöpft, wenn es mit Analog zusammengeht.“ Mit diesem kritischen Hinweis eröffnete Kreativ-Urgestein Lothar S. Leonhard, Präsident des Gesamtverbands Kommunikations Agenturen (GWA), die Veranstaltung „Digitale Trends – Potenziale für die Kommunikation der Zukunft“. Erstmals hatte der GWA zu der Veranstaltung eingeladen. Rund 40 Besucher aus der Agentur- und Marketing-Szene hatten sich am 1. März im Frankfurter Literaturhaus eingefunden, um sich Impulse für ihre kreative Arbeit zu holen. Am Ende stand die Erkenntnis, dass manche Agenturen und Akteuere im Marketing die kreativen Möglichkeiten von Trendthemen wie Social Media, Mobile oder digitaler Vernetzung noch entdecken müssen. Andererseits braucht das Thema Lobbying in der Gesellschaft: Bei Politikern, Unternehmen – und nicht zuletzt an Schulen und Hochschulen.
Die Impulsvorträge boten ein breites Spektrum: Lars Lehne, Country Director Agency bei Google Deutschland, klärte über die – oft ungenutzten – Möglichkeiten des kostenlosen Google-Tools Ad Planer auf. G2-Germany-CEO Stefan Knieß gab Tipps, wie Storytelling in Social Media funktioniert. Was ein Tante-Emma-Laden mit digitaler Kommunikation zu tun hat und wie Unternehmen interaktive, dialogbasierte Kommunikation nutzen, um den Verkauf anzukurbeln, war das Thema von Ingomar Faecks, Geschäftsführer von Sapient Nitro in Deutschland. Oliver Rosenthal, Geschäftsführer OgilvyOne, gab einen Einblick in die Nutzer-Typologie für mobile Anwendungen und Geräte und Fabian Fischer, Geschäftsführer von Mediaman, zeigte, wie sich digitale Geräte in ein Beratungsambiente einbauen lassen.
Fischer hatte ein interessantes Beispiel im Gepäck: Ein innovativer Beratungsraum, entworfen für die HypoVereinsbank. Minority-Report lässt grüßen: Der Raumbreite Bildschirm wird gesteuert über eine Bewegungen, die mittels eines der X-Box Kinect vergleichbaren Systems über Gesten gesteuert wird. Zudem gibt es einen Beratungstisch mit einem riesigen Touch Screen als Platte. Berater und Kunde können mit diesem Hilfsmittel die abstrakte Materie darstellen und machen sie greifbarer. Eine spannende Idee, aber sicher noch weit weg vom Alltag vieler Dienstleister, deren Geschäft aus Beratung besteht. Hier sind einerseits Agenturen gefragt, Kunden die Möglichkeiten der Digitalisierung zu erschließen und ihnen den Benefit der Technologien zu zeigen.
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Raoul
Fischer