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Digital-Branche: Wirtschaftswissenschaftler mit sozialer Kompetenz gesucht

Linda Ross Veröffentlicht am 13.07.2012 - 10:00 Uhr

Digital-Branche: Wirtschaftswissenschaftler mit sozialer Kompetenz gesucht

Qualifizierten Nachwuchs zu finden ist gar nicht so einfach für die digitale Branche: Für rund drei Viertel der 240 befragten Unternehmen aus dem Online-Sektor gestaltet sich die Suche nach geeigneten Kandidaten aufgrund des Fachkräftemangels als schwierig. Das ergab eine Studie des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) in Kooperation mit der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK). Den größten Bedarf an qualifizierten Berufsanfängern verzeichnen die drei Fachbereiche Projektmanagement, Informationstechnologie und Marketing/Vertrieb.

Vor allem Berufseinsteiger mit einem Hochschulabschluss haben jetzt gute Chancen in der digitalen Wirtschaft. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen fragen verstärkt Hochschulabsolventen nach. Unerheblich ist dabei die Art des Abschlusses, also ob es ein Bachelor, Master oder Diplom ist. Aber die Fachrichtung spielt eine Rolle: Vor allem Wirtschaftswissenschaftler werden gesucht (82 Prozent), gefolgt von Absolventen aus Informatik- bzw. Technikstudiengängen (74 Prozent). Geringer ist hingegen der Bedarf an Grafikern und Designern (38 Prozent). Allerdings sagt Professor Philipp Riehm von der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation: "Ein klassisches Wirtschaftsstudium kann Berufseinsteiger für diese Branche kaum noch angemessen qualifizieren. Benötigt werden stattdessen spezifisch ausgebildete Wirtschaftswissenschaftler, die sich bereits im Studium in der nötigen Tiefe mit den Besonderheiten digitaler Geschäftsmodelle beschäftigt haben".

Über 71 Prozent der Unternehmen nennen auch das Fehlen erforderlicher Kompetenzen als häufigsten Grund für den Mangel qualifizierter Berufseinstieger. Besonders wichtig sind den Unternehmen die klassischen Soft Skills: Soziale Kompetenz (96 Prozent), Umsetzungskompetenz (95 Prozent) sowie mentale Kompetenz (94 Prozent) werden als zentrale Schlüsselqualifikationen angesehen. Auf der Anwendungsebene bemessen Unternehmen Kenntnisse von Mobile Marketing (61 Prozent), Social Media (61 Prozent) und E-Commerce (59 Prozent) eine hohe bis sehr hohe Bedeutung zu. Aber auch Praxis- bzw. Berufserfahrung durch Praktika und Studentenjobs zählen.

Einen Überblick über die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Digital-Fachkräfte bietet auch unser Schwestertitel "Kontakter" in einer fünfteiligen Sonder-Serie zu Thema Recruiting. Die erste Folge lesen Sie in der Ausgabe 29/2012, die am 16. Juli erschient.

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