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Christian Clawien

Was Werbungtreibende aus Social TV machen können

Kerstin Mattys Veröffentlicht am 29.06.2012 - 09:31 Uhr

Was Werbungtreibende aus Social TV machen können
Foto: © Agentur

Social TV wird gehypt wie verrückt. Aber die Werbungtreibenden beißen nicht an. Mehr als fahrlässig findet Christian Clawien, Director Social & Emerging Media bei Interone, dieses Verhalten. Denn schon jetzt würden Unternehmen Riesenbeträge ihres TV-Werbebudgets ins Nirwana laufen lassen, weil keine Call-to-Action stattfinde, erklärt er im Interview mit LEAD digital. Und sagt, was Werbungtreibende aus Social TV machen können.

Social TV wird regelrecht heraufbeschworen. Wo aber sind die Werbungtreibenden?

Sie zeigen sich schon. Im Umfeld des Super Bowls liefen Spots, die auf die Parallelnutzung von TV und Online aufsetzten. In Deutschland beginnt die Experimentierphase. ProSieben pilotiert mit „Connect“ für „The Voice“ oder „Germany’s Next Topmodel“. Und Second-Screen-Apps schießen wie Pilze aus dem Boden.

Wie können Werbungtreibende aktiv werden?

Mit Spots, die die Parallelnutzung in Online schieben, also Transmedia-Storytelling. Neue Plattformen für Branded Content sind möglich und TV-Apps für Smart-TV oder andere Plattformen. Nicht zuletzt Kooperationen mit Anbietern von Second-Screen-Apps.

Ist es also an der Zeit, dass sich Werbungtreibende mit Social TV befassen und vor allem agieren?

Ja, denn es deutet vieles darauf hin, dass die TV-Branche als Nächstes von der Digitalisierung beeinflusst wird. Vor allem das veränderte Nutzungsverhalten ist interessant. Wenn TV nur noch ein Nebenbei-Kanal ist, müssen Kosten und Leistung in Relation gebracht werden. Wir gehen davon aus, dass es in Zukunft andere Arten von 30-Sekündern geben wird. Mit mehr Interaktion und Schnittstellen zu Online, Mobile oder Social Media.

Werden Marken es schaffen, sich den Veränderungen anzupassen?

Sie müssen es. Schon heute werden Riesenbeträge in Bereich Media verschenkt, weil kein Call-to-Action in den Spots stattfindet.

James Bond im TV, User klickt BMW oder Uhr von 007 im Second Screen – okay. Aber welche anderen Werbeformate sind dank Social TV vorstellbar?

Von "Ich sehe eine Hose in der Serie und kaufe sie direkt" sind wir noch weit entfernt. Technisch ist vieles möglich, aber Standards müssen gesetzt werden. Es hängt auch von den Plattformen ab, die sich etablieren. Wenn zum Beispiel Yahoos IntoNow in Deutschland erfolgreich sein sollte, werden sich hier eigene Formate finden. Aber auch die neuen Second-Screen-Apps suchen nach Einnahmequellen. Möglich sind auch Mitmachelemente wie Call-to-Action zu einer Umfrage im Spot oder Couponing auf der Website.

Mehr zur aktuellen Diskussion um Social TV lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von LEAD digital (Erscheinungstermin 27.Juni 2012.

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