Mit Pinterest ist es wie bei anderen Social Media-Start-ups auch: Plötzlich sind sie da - und verbreiten sich wie ein virales Lauffeuer, während ihre jungen Macher noch nach dem Business-Modell suchen. Der 29-jährige Ben Silbermann aus Palo Alto hat derzeit noch keinen Schimmer, in welche Richtung er mit seinem Start-up Pinterest gehen soll. Im Januar hatte die Plattform, auf der User ihr Profil mit eigenen oder fremden Bildern ausschmücken können, laut Comscore 11,7 Millionen Unique Visitors - das ist mehr als doppelt so viel wie zwei Monate davor. Die Besucher hielten sich den Januar über im Schnitt 100 Minuten auf. Also fünfmal länger wie auf Linked-in. Auch im Vergleich zu Twitter steht Pinterest gut da: 80 Prozent der gepinnten Bilder sind Re-Pins. Bei Twitter waren es zum gleichen Zeitpunkt in der Firmengeschichte nur 1,3 Prozent Re-Tweets. Generell sind die User bei Pinterest stark engagiert und verlinken auf eine Vielzahl von Webshops.
Die Plattform beschert gerade kleinen Unternehmen solides Wachstum - ohne dass diese etwas dafür bezahlen müssen. Das "Wall Street Journal" hat drei Firmen vorgestellt, die signifikanten Umsatz durch Pinterest verbuchen.
1. Hochzeitsgeschenke-Händler The Wedding Chicks: Durch das Pinnen der Hochzeits-Artikel sind die Umsätze des Online-Händlers von 340.000 im Jahr 2010 auf 540.000 US-Dollar im vergangenen Jahr gestiegen. Co-Gründerin Amy Squires sagt der US-Zeitung: "Unser Traffic konvertiert in Verkäufe."
2. Brillen-Verkäufer Warby Parker berichtet, dass sich die Anzahl der Besucher, die direkt von Pinterest auf seine Website kommen, über die vergangenen vier Monate hinweg vervierfacht hätte. Co-CEO Neil Blumenthal spricht der Zeitung gegenüber von einer "organischen und authentischen" Produktvermarktung.
3. Geschenke-Vertreiber Uncommon Goods hat sich erst im Oktober verstärkt mit dem neuen Portal beschäftigt - nachdem die Manager bemerkten, dass viele der Besucher der Website des Online-Retailers über die Social Media-Plattform kamen. Nun hat er - neben den Icons Facebook und Twitter - einen neuen Button angebracht: "Follow me on Pinterest."
Neben dem noch nicht vorhandenen Geschäftsmodell dürfte Silbermann auch Probleme mit Urheberrechten bekommen. In den AGBs wird den Usern zugestanden, den Content auf Pinterest zu verkaufen und zu verändern.
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Irmela
Schwab