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Cision Germany

Ungenügend: Deutsche Journalisten versagen in Social Media

Annette Mattgey Veröffentlicht am 24.10.2012 - 14:33 Uhr

Ungenügend: Deutsche Journalisten versagen in Social Media
Foto: © Creative Collection

Die kanadischen Journalisten haben es drauf, die deutschen leider nicht. In Sachen Social Media schneiden deutsche Journalisten im Vergleich zu ihren internationalen Kollegen schlecht ab. Zu diesem Resultat kommt der PR-Sofware-Anbieter Cision Germany, das die Medienkompetenz von Journalisten aus elf verschiedenen Ländern in einem Barometer zusammengefasst und eingestuft hat. Auf dem ersten Platz landet Kanada, gefolgt von den USA und Großbritannien. Deutschland liegt weit abgeschlagen auf dem achten Platz.

Vier Bereiche unterschied: Engagement, Praxis, Kenntnisse und Haltung (siehe Grafik unten). Dazu maßen die Forscher neun Indikatoren, darunter die täglich für Social Media verwendete Zeit, Follower-Zahlen, die Art der verwendeten Social Media-Tools und die Haltung zu Social Media in Bezug auf die Veränderung des Berufsfelds. "Vor allem ältere Journalisten in Deutschland befürchten negative Auswirkungen auf ihre Arbeit. In diesem Segment stellen wir keine produktive Teilnahme in sozialen Medien fest. Wenn die Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen weniger werden, wird Deutschland einen höheren Platz einnehmen. Momentan orten wir aber große kulturelle Schwierigkeiten", sagt Falk Rehkopf, Geschäftsführer von Cision Germany.

Die befragten Journalisten in Kanada und den USA konnten laut den Forschern soziale Netzwerke am besten in ihren Arbeitsalltag einbinden. Die Nutzung von Social Media beschränkt sich nicht nur auf jüngere Genrationen, sondern auf alle Altersgruppen. Vor allem Journalisten, die medienübergreifend arbeiten, setzen die neuen Technologien erfolgreich ein.

Kulturelle Faktoren prägen die Einstellung sehr stark - und das Alter

"Die großen Unterschiede in der Einstellung vieler Journalisten gegenüber sozialen Medien finde ich persönlich sehr spannend", sagt Forschungsleiterin Agnes Gulyas von der Canterbury Christ Church University. So äußerten sich schwedische Journalisten im Vergleich zu allen anderen Ländern am positivsten über die langfristig erwarteten Auswirkungen der Nutzung sozialer Medien auf ihren Berufsstand. Australische Journalisten hingegen hatten hier die stärksten Bedenken. "Tatsächlich ist der Einfluss kultureller Faktoren auf die Nutzung sozialer Medien ein Bereich, der weiter erforscht werden muss", so Gulyas.

Deutschland konnte in keiner der untersuchten Kategorien überzeugen. "Besonders ist uns aufgefallen, dass deutsche Journalisten auch die wenigsten Stunden am Tag in sozialen Netzwerken verbringen", so die Forscher. Außerdem wurden Parallelen zur allgemeinen Nutzung von Social Media in Deutschland festgestellt, die im Vergleich genauso niedrig ist. "Es liegt nahe, dass es in Deutschland größere soziale und technische Barrieren gibt, die erstmals durchbrochen werden müssen, bevor eine breitere Adaption für Nutzer und Journalisten möglich ist", so die Marktforscher.

Soziale Medien sind der Studie zufolge eine große Herausforderung für Medien, die "traditionelle Kanäle" bedienen und sich auf die neuen Kommunikationsmethoden noch nicht eingestellt haben. "Medienorganisationen müssen solche Strategien umsetzen, um auf die Anforderungen des Marktes zu reagieren", schreiben die Wissenschaftler in ihrer Begründung.

Die diesjährige Analyse beruht auf Angaben von 3.650 Journalisten. Die Studie wird erstellt, um das Verständnis der Medienindustrie über die Annahme sozialer Medien durch Journalisten zu bestimmen und die Auswirkungen benutzter sozialer Medien, Technologien und Prozesse auf die journalistische Arbeit zu vertiefen. Die komplette Studie findet sich hier zur Ansicht.

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