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Unangemessene Werbeeinblendungen

Proteste gegen Lolita-Werbung bei Facebook

Annette Mattgey Veröffentlicht am 31.05.2012 - 11:49 Uhr

Proteste gegen Lolita-Werbung bei Facebook

Eric Froschauer ist der Kragen geplatzt: Er beschwerte sich in einem Post auf seiner Facebook-Seite "Daily Abgefahrenes" über die Werbeeinblendungen. Offeriert werde ihm - einem Single-Mann über 40 - eine aufreizend aufgemachte Kindfrau, die angeblich reife Männer suche. Besonders reizt Froschauer die Bigotterie von Facebook, äußerte er gegenüber FOCUS online. Ansonsten sei das US-Unternehmen nicht zimperlich mit seinen Mahnungen, hier aber pflege man einen sehr laxen Umgang. Er selbst hat schon Erfahrungen mit Facebooks Kontrollinstanzen gemacht. Immer mal wieder haben sie ihn abgemahnt, wenn eine seiner Veröffentlichungen, in der Regel Bilder, Comics und Videos, in den Augen von Facebook unanständig waren. Was angemessen ist und was nicht, regeln die Community Standards, die sich zum Teil von Land zu Land unterscheiden. Für Werbungtreibende darüber hinaus relevant, sind die Werberichtlinien.

Auf Froschauers Facebook-Seite, die mehr als 118.000 Fans zählt, sammelten sich spontan viele Unterstützer. Der Post wurde inzwischen mehr als 1800-mal geliked. 236 Personen haben Froschauer ihre Meinung dazu gesagt. Jetzt häufen sich bei ihm die Interview-Anfragen der Medien.

Facebook muss sich nicht das erste Mal rechtfertigen, warum manche Bilder entfernt werden und andere nicht. Aus europäischer Sicht völlig lächerlich ist die Auseinandersetzung in den USA, ob man stillende Mütter zeigen darf. "Respect The Breast" heißt etwa ein Forum, auf dem sich stillende Mütter austauschen. Hier wurden zuletzt Mitte Februar Fotos gelöscht, obwohl Facebook Ende vergangenen Jahres hoch und heilig versprochen hatte, solche Aktionen zu unterlassen. Im Frühjahr gab es außerdem eine Auseinandersetzung in den USA  zwischen Facebook und Chelsea Schilling, Kommentatorin bei World Net Daily. Dabei warf Schilling dem Netzwerk vor, dass sich dort ungestört Pädophile und Pornografen aufhalten könnten. Facebook verwies auf seine technischen Vorkehrungen: "Wir haben ein komplexes technisches System aufgebaut, das entweder die Erstellung solcher Inhalte blockiert, auch in privaten Gruppen, oder sie kennzeichnet, damit sie sofort von unserem Investigativ-Team überprüft werden können." Zu helfen scheint es offensichtlich wenig.

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