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Hyperpersonalisierung

Big Data: Wie IBM und Walmart das Marketing revolutionieren wollen

Irmela Schwab Veröffentlicht am 07.06.2012 - 09:00 Uhr

Big Data: Wie IBM und Walmart das Marketing revolutionieren wollen

Daten und Analysen können den Planeten Erde vorm Schlimmsten bewahren: wie Kriminalität bekämpfen, Gesundheit und Nahrungsmittel sicherstellen. Mit diesem Statement wirbt IBM in US-Zeitungen um Aufmerksamkeit für sein Analyse-Tool Smarter Analytics unter dem Motto "Welcome to the Era of the Chief Executive Customer". 

In einer vorausgehenden Studie hat das Technologie-Unternehmen 1700 CMOs befragt: Diese gehen davon aus, dass "Big Data" ihr Geschäftsfeld transformieren wird. Hinzu kommt die Nutzung neuartiger mobile Geräte sowie Social Media. Knapp die Hälfte der Marketing-Experten (48 Prozent) fühlen sich laut Studie dieser Herausforderung nicht gewachsen. Microsoft nennt - in selbiger Anzeige - schon mal die wichtigsten Punkte, auf die es künftig ankommt. Konsumenten dürfen nicht länger als Zielgruppe, sondern müssen als Individuen wahrgenommen werden. Diese Individuen erwarten nicht nur Service, sondern "hyperpersonalisierten" Service.

Hier kommen die Datenschätze ins Spiel: Quer über Social Media, Service, Transaktionen und Suche eingesammelt, machen sie den Kunden sichtbarer und helfen dem Marketer präzise Einschätzungen zu geben, wen er jeweils vor Augen hat. Anhand des historischen Verlaufs eines Kundendatensatzes lassen sich dann Vorhersagen über künftige Verhaltensweisen ableiten - und bedienen. 

US-Warenhaus-Kette Walmart hat ein ähnliches Tool entwickelt. Im eigens gelaunchten Forschungszentrum Walmartlabs hat die Kette das Social Genome zum Dreh- und Angelpunkt seiner Forschungsarbeit erklärt: eine Anhäufung von Wissen, das Interessen-Schwerpunkte und Beziehungen in der sozialen Welt beinhaltet. Mit dem Produkt Shopycat, einer Facebook-Applikation, können Facebook-User etwa die Gedanken ihrer Freunde lesen - und sie im Nachhinein mit dem richtigen Geburtstagsgeschenk überraschen. Die App nimmt dazu deren Hobbies, Interessen und Aktivitäten sowie Äußerungen unter die Lupe und fertigt eine Liste an.

Eine Beispiel: Tweetet ein User etwa "Ich liebe Salt!", wird dieser Tweet von WalmartLabs gespeichert, analysiert und ein paar Minuten später an einen Freund geschickt, mit der Botschaft: "Hallo Juliana. Du hast uns gebeten, Dich zu erinnern, dass Hannas Geburtstag bevorsteht. Sie hat sich in einem Tweet gerade positiv über Salz geäußert, einem Film von Angelina Jolie. Möchtest Du ihr etwas schenken, dass mit dem Film zu tun hat? Wir haben ein paar Vorschläge." Wie man bei Walmartlabs automatisch darüber Bescheid weiß, dass der Film Salt und nicht etwa das Lebensmittel Salz gemeint ist? Klarer Fall - anhand der üppigen Datensätze.

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