Aus SEO-Gesichtspunkten ist der Launch des neuen Media-Markt-Webshops eine mittlere Katastrophe. Die Lead-Digital-Analyse hat ergeben, dass Media Markt seit dem Start in den E-Commerce rund 42 Prozent seiner Sichtbarkeit bei Google eingebüßt hat. Zwar werden ein Teil des Trafficverlustes durch TV- und Plakatwerbung abgefangen, über den organischen Index bei Google indes dürfte mit deutlich weniger Besuchern zu rechnen sein.
Lead Digital hat den Shop mit einer Analyse-Software des Berliner Anbieters Searchmetrics getestet. Die Liste der Fehler ist lang: Mangelhaft sind etwa die Weiterleitungen bislang bei Google gut gelisteter Produktdetailseiten. Beispiel Sony Playstation PSP: Die alte URL war bei Google auf Position vier und wurde nun gelöscht oder auf eine leere Seite weitergeleitet, weil das Produkt im Shop nicht geführt wird. Besser wäre gewesen, gut gerankte Produktseite bestehen zu lassen und dort auf die Verfügbarkeit in Filialen in örtlicher Nähe des Nutzers zu verweisen.
Aber auch im Shop vorhandene Produkte sind nicht wirklich optimiert. So findet sich im Seitentitel nur der entsprechende Produktname, aber keinerlei Aufruf zum Kauf. Der Titel ist für die Suchmaschinen-Optimierung aber sehr wichtig, denn der wird bei Google angezeigt. Erfahrene SEO-Profis empfehlen darum, eine "Call-to-Action" wie "Xbox 360 kaufen" oder "Xbox 360 günstig" zu integrieren.
Generell fällt auf, dass auf den Produktdetailseiten sehr wenige Inhalte zu finden sind und keinerlei Optimierung auf SEO-Kombinationen wie "Xbox kaufen" stattfindet. Zwar sind SEO-optimierte Texte auf der Domain vorhanden, der relevante Inhalt ist aber von der Produkt-Präsentation getrennt. Auf den SEO-Landingpages ist ein Kauf gar nicht möglich.
Das Fazit zur SEO-Optimierung von Media Markt sieht ernüchternd aus: Das Shop-System ist für den SEO-optimierten Auftritt aufgrund der URL-Struktur und der Optimierung der Seiten nur bedingt geeignet. Es fehlen SEO-Landingpages. Alte URLs wurden gelöscht und neue Seiten enthalten teilweise keinen oder nicht passend optimierte Inhalte. "Alles in allem hat Media Markt dadurch mit Sicherheit sehr viel geldwerten Traffic verloren", glaubt ein Insider, der namentlich nicht genannt werden will.
"Wir sind erst kürzlich online gegangen", umschreibt man bei Media Markt das Problem. Shop und Suchmaschinenauffindbarkeit würden laufend optimiert, sagte eine Sprecherin das Unternehmen auf Anfrage von W&V Online. Der Shop ging am 16. Januar an den Start. Hinter dem Auftritt stecken die konzerneigene Media Markt E-Business GmbH, die Agentur For Sale Digital und der Münchner Dienstleister Redblue Marketing.
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Frank
Zimmer