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Interview: Marketing mit Mobile Devices

„Werbung wird sich in Apps hinein verlagern“

Irmela Schwab Veröffentlicht am 25.01.2012 - 10:00 Uhr

Michael Enzenauer, Geschäftsführer MEKmedia
Michael Enzenauer, Geschäftsführer MEKmedia
Foto: © Pressefoto

Auf der CES in Las Vegas haben Technik-Firmen internetfähige Fernsehgeräte mit Infrarotschnittstellen vorgestellt, die sich mit Tablets und Smarthpones vernetzen können. Im Gespräch mit LEAD digital erklärt Michael Enzenauer, was die auf der US-Messe vorgestellten Geräte und Technologien für den deutschen Markt bedeuten. Der ehemalige CEO von Optimedia, Düsseldorf, ist nun Geschäftsführer beim Smart-TV-Dienstleister MEKmedia, Furth im Wald.

Internetfähige Fernseher, eine neue Schwemme an Tablets und Smartphones - was bedeutet das für das Marketing?
Werbungtreibende können sich über die steigende Anzahl an Screens freuen, denn damit werden ihnen lange genannte Wünsche erfüllt. Mehr und längere Fernseh-Spots, mehr Möglichkeiten mit ihren eigenen Sendungen auf sich aufmerksam zu machen - und das alles zu weniger Kosten. Jeder der Screens hat seine besondere Eigenschaft und wird daher auch anders genutzt. Und: Die Screens vernetzen sich inhaltlich immer weiter. Für das Marketing bedeutet das, ihre Kommunikation künftig nach Screens zu differenzieren. Entscheidend sind dabei Nutzungsanlass, Nutzungssituation, Nutzungsumfeld, Nutzungskomfort und Relevanz des Contents in der jeweiligen Situation. Der heutige Marketer muss erfahren und verstehen, wie die Screens multilateral genutzt werden. Und wie sich die Kommunikationsströme entwickeln und aktiviert werden können.

Geräte wie Smartphones und Tablets trägt der Konsument ja immer bei sich. Wie können Marketer davon profitieren?
Meine beiden wichtigsten Thesen lauten - erstens: Tablets werden zum mobilen TV-Gerät und zu einem sehr impact-starken Kanal für Bewegtbild-Werbung. Zweitens: Smartphones müssen als Link zum stationären Handel eingesetzt werden und Handelskommunikations-Lösungen für Marken und Produkte anbieten. Die direkte Verbindung von Smart TV zum Smartphone wird eine Brücke zwischen Messe, Handel und Haushalt bauen.

Welche künftigen Herausforderungen gibt es da?
Eine sehr große Herausforderung besteht in der Entwicklung von Bewegtbild-Content und der Aufbereitung von kommerziellen Informationen und Botschaften in Filme. Eine weitere große Herausforderung besteht darin, als Marke inmitten dieser Pull-Kommunikation gesehen und wahrgenommen zu werden. Denn in dieser neuen Welt, in der es die schöne einfach TV-Werbung nicht mehr gibt, entsteht ein enormer Verdrängungswettbewerb für Werbebotschaften. Ich glaube daher, dass sich die Werbung sukzessive in die neuen Angebote - insbesondere in Apps - hinein verlagern wird. Dorthin eben, wo die Menschen zuschauen.

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung?
Der nächste Schritt in dieser Entwicklung wird der Ausbau von Smart TV sein. Smart TV ist ja prinzipiell nichts anderes als ein großes Smartphone oder ein größeres Tablet - allerdings mit reziproken Prioritäten. Das heißt: Hat man mit dem Smartphone vorrangig telefoniert und sich informiert, so stehen beim Smart TV Entertainment und eCommerce im Vordergrund. Auf allen Geräten sind aber alle Funktionen möglich.

Das Interview ergänzt den Artikel "Jackpot für Marketer" in LEAD digital 02/2012, der die Chancen und Herausforderungen der auf der CES 2012 vorgestellten Geräten und Technologien für das Marketing beschreibt.

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