Wer sich alleine auf Mobile verlässt, hat gute Chancen, seine Marketingziele zu erreichen. Das belegt die soeben veröffentlichte Studie "Kinnie 2011" des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW). LEAD digital sprach mit Oliver von Wersch, Leiter der Unit Mobile Advertising in der Fachgruppe Mobile des BVDW.
„Kinnie 2011“ zeigt zwar, dass Mobile Advertising wirkt – aber welche Leistung bringt Mobile, die andere Werbeträger wie Online oder TV nicht auch bringen könnten?
Den viel direkteren Bezug zum Konsumenten verbunden mit der Messbarkeit. Hinzu kommt noch der Faktor Location, ich kann dem Verbraucher ortsbezogen Werbung zuspielen. Und Interaktivität.
Die gibt es im Internet aber auch.
Richtig, aber unsere Erfahrung zeigt: Konsumenten, die mobile Werbung anklicken, zeigen eine deutlich erhöhte Interaktionsdauer. Sie suchen offensichtlich diese Interaktion. Das heißt umgekehrt, dass mobile Werbung genau das auch bieten muss.
„Kinnie“ steht für ein Produkt, das in der Zielgruppe von Mobile (jünger, männlicher, gebildeter) sicher leichter ankommt. Wo sehen Sie die Grenzen mit Blick auf Produkttypen oder Branchen?
Eigentlich sehe ich keine Grenzen. Die Mediennutzung ändert sich. Schon 2014/2015 könnte die mobile die stationäre Internet-Nutzung überflügeln. Wer Kunden dann erreichen will, muss auch im mobilen Internet präsent sein. Ich kenne keine Marke, für die das nicht relevant sein dürfte.
Das Vertrauen in einen Werbeträgers ist das eine, der Aufwand ist das andere: Fehlen Mobile nicht vor allem einheitliche technische Standards, die die Umsetzung weniger aufwändig und kostengünstiger machen?
Die gab es beim stationären Internet auch nicht vom ersten Tag an. Aber Sie haben Recht: Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Mobile entwickelt sich als Werbekanal rasend schnell. Kunden und Agenturen müssen in der Lage sein, eine Kampagne über verschiedene Vermarkter oder Apps auszuspielen, ohne sie jeweils neu aufsetzen zu müssen. Genau dafür haben wir im BVDW ein Lab, in dem alle relevanten Vermarkter gemeinsam Standards für mobile Werbung beschließen.
Und es fehlen noch aktuelle Daten zu Reichweiten, Stichwort Mobile Facts.
Die Mobile Facts sind ein komplexer technischer Prozess. Wir haben inzwischen das Studiendesign erheblich überarbeitet, erweitert und modifiziert und arbeiten daran, in einen regelmäßigen Erscheinungsmodus einsteigen zu können.
Wie geht es weiter, was hat der BVDW noch in der Pipeline, um Mobile zu pushen?
Drei Punkte: Erstens weitere Werbewirkungsstudien mit anderem Focus, etwa Mobile Richmedia oder neue Werbeformen im Vergleich zu Standard-Werbeformen. Zweitens kümmern wir uns um das Thema technische Auslieferung, Standardisierung, Ad-Serving. Und drittens müssen wir auch mit den Ad-Networks reden, um zu klären, wie man im Markt einheitliche Standards schaffen kann.
Dieser Blogeintrag wurde verfasst von:
Raoul
Fischer