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Versandhandel

Tamaris, Zalando, Otto: Der Wettkampf um Kunden geht in die nächste Runde

Annette Mattgey Veröffentlicht am 21.09.2012 - 14:50 Uhr

Tamaris, Zalando, Otto: Der Wettkampf um Kunden geht in die nächste Runde
Foto: © Unternehmen

Tamaris will Zalando das Feld nicht kampflos überlassen: Jetzt startet die Marke mit Online-Shops in Deutschland und Österreich. Gleichzeitig geht Newcomer Zalando zur Attacke auf traditionelle Versandhändler wie Otto über und rückt die Kleidung in den Vordergrund. Unter www.tamaris.de für Deutschland und www.tamaris.at für Österreich hat die Wortmann-Gruppe für ihre Marke Tamaris die ersten Online-Shops eröffnet. Netrada  entwickelte den Shop und ist jetzt für die gesamte Logistik inklusive Retourenhandling, Zahlungsabwicklung und Customer Service verantwortlich. In beiden Online-Shops finden sich neben dem Schuh-Sortiment für Damen eine Auswahl von Handtaschen und Accessoires. Die Seite verfügt unter anderem über einen Filialfinder, eine Warenverfügbarkeitsprüfung und ermöglicht auch den Einkauf nach dem Motto "Shop by Look".  Die Lieferung im Standardversand kostet in Deutschland 0,95 Euro.

Derweil rüstet Zalando auf: Am Freitag gab das Unternehmen bekannt, dass die "Zalando Collection" in gößerem Umfang als bisher Männermode anbietet. Neu hinzu kommen Labels wie Floris van Bommel, Superdry, Common People, Gsus sindustries und KG by Kurt Geiger. Ab sofort ist jedoch auch die erste Herrenkollektion der Zalando Collection online erhältlich, die das hauseigene Design-Team in Berlin entworfen hat. „Mit Zalando Collection Men bieten wir neben zahlreichen Fremdmarken jetzt auch eine urbane Trendlinie an, die mit klassischen Schnitten und hochwertigen Materialien überzeugt. Zusätzlich werden wir in den nächsten Wochen das Angebot für Männer bei Zalando weiter ausbauen“, so Florian Jodl, Head of Zalando Men. „Der Launch der Herrenlinie ist ein weiterer, wichtiger Schritt beim Ausbau der Zalando Collection. Die im Frühjahr 2012 gestartete Damen-Kollektion wurde sehr gut von den Zalando-Kundinnen angenommen. Daher verdreifachen wir bereits zur Herbst/Winter-Saison den Umfang von 250 auf 800 Teile. Das Kreativteam im Textil-, Schuh- und Accessoires-Bereich wurde deutlich verstärkt und entwirft komplette Kollektionen mit verschiedenen Themenwelten, die in allen 14 Zalando Ländern erhältlich sind“, ergänzt David Schneider, Gründer und Geschäftsführer von Zalando. Das heute erscheinende Zalando Magazin für Männer (Auflage 250.000 Exemplare) soll zudem zeigen, wie man die Outfits richtig kombiniert sowie die neuesten Trends und Marken.

Zalando gilt als Erfolgsstory, zumindest gemessen an Marketingkennzahlen. Bereits Zalandos erste Werbekampagne (Kreation: Jung von Matt) steigerte die ungestützte Markenbekanntheit von drei auf 61 Prozent. Gestützt liegt sie aktuell bei 95 Prozent, sagt Zalando. Gewinne freilich vermeldet das Unternehmen bislang nicht. Zalando sei „nicht nur ein Marketingerfolg“, unterstreicht Chief Marketing Officer Christian Meermann. Die roten Zahlen: ein Resultat der „starken Wachstums­phase“. Und der üppigen Werbebudgets. 93,4 Millionen Euro brutto flossen laut Nielsen 2011 allein in TV-Werbung, dieses Jahr (bis 31. Juli) knapp 44 Millionen. Lohn der Mühe: monatlich 3,5 bis vier Millionen Unique Visitors (laut Nielsen NetView).  „Zalando stärker Richtung Bekleidung zu positionieren, ist dieses Jahr unser Schwerpunkt“, sagt Meermann. Dem dient das Sponsoring der ProSieben-Show Germany’s Next Topmodel ebenso wie das eigene Mode-Label „Zalando Collection“.

Mit seiner breiteren Aufstellung tritt der Online-Shop einem mächtigen Mitspieler auf die Zehen: dem Otto-Versand. Drei Viertel seines Umsatzes von rund zwei Milliarden Euro macht Otto übers Internet. „Das Modesortiment spielt dabei seit jeher eine zentrale Rolle“, so Ralf Klein-Bölting, Direktor für Strategie, Marketing und Werbung. Nach dem im Frühjahr angeschobenen Sparprogramm verschärft Otto nun die Gangart und kündigt Stellenkürzungen bei Otto, Schwab und Baur an.

(Mitarbeit: Martin Bell, W&V-Autor)

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