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Galaxy Note 10.1

Samsung geht stiften: Neues Tablet für Bildschirmarbeiter und E-Learner

Tobias Weidemann Veröffentlicht am 09.08.2012 - 17:33 Uhr

Samsung geht stiften: Neues Tablet für Bildschirmarbeiter und E-Learner
Foto: © Pressefoto

Samsung zeigt mit dem Galaxy Note 10.1, dass es auch Alternativen zur klassischen Touch-Display-Bedienung des iPad gibt. Mit dem Stift in der Hand lassen sich zusätzliche Anwendungsfelder erschließen. Samsung stellt mit dem neuen Gadget ein Tablet bereit, das für viele Kreative und Bildschirmarbeiter das Notebook ersetzen kann.

Die Lücke zwischen Tablets und klassischen Notebooks schließen immer mehr Hersteller mit pfiffigen Bedienkonzepten und Anwendungsszenarien. So stellte Samsung in dieser Woche das Tablet Galaxy Note 10.1 vor, das sich neben der gewohnten Finger-Bedienung auch per Stift steuern lässt. Der S-Pen genannte Stift ist drucksensitiv und reagiert bereits, wenn man ihn wenige Millimeter über den Touchscreen positioniert. Dadurch unterscheidet das Gerät zwischen dem Stift und dem Handballen, der möglicherweise auch auf dem Touchscreen positioniert wird und kann zudem unterschiedliche Strichstärken oder Deckungsgrade umsetzen. Auch in anderer Hinsicht zeigt sich das Gerät intelligenter als Android an sich: Beim Herausziehen des Stiftes aus dem Gerät öffnet sich ein Menü mit den wichtigsten Anwendungen für die Stiftsteuerung. Das Tablet erkennt zudem über die integrierte Kamera (ähnlich wie bereits das Samsung Galaxy S3), ob der Nutzer den Blick auf das Display gerichtet hat und setzt so lange die Stromsparfunktionen aus.

Das Gerät läuft unter Android 4.0.4, erweitert das Betriebssystem aber um zahlreiche Apps und Funktionen, etwa S Note oder S Suggest, die schnell hingezeichnete Linien begradigen oder Handschriftliches oder Formeln in Schrift umsetzen. Auch die ansonsten kostenpflichtige Photoshop-Touch-App ist bereits serienmäßig mit dabei. Ansprechen will das Unternehmen damit unter anderem Business Professionals und Kreative wie Designer oder Architekten, die das Gerät als intelligenten Notizblock, Skizzenbuch oder mobiles Präsentationsmedium nutzen sollen.

Eine wichtige weitere Zielgruppe sollen Schüler und Studenten sein, die ein Tablet zum Mitschreiben, Lernen und Recherchieren nutzen. Dazu steht das Learning Hub bereit, eine Plattform, die gezielt E-Learning-Konzepte umsetzen soll. Man beschränkt sich also nicht auf das Bereitstellen der Hardware, sondern schafft auch gleichzeitig Content und Mehrwert, indem man zum einen gezielt Nutzergruppen durch Aktionen adressiert. Zudem werden Unternehmen aus dem jeweiligen Umfeld mit dem nötigen Werkzeug ausgestattet, um entsprechenden Content zu entwickeln und zu forcieren. Dabei setzt Samsung beispielsweise auf den Kooperationspartner Pons. „Wir sehen E-Business und E-Learning als relevante Zielgruppen und planen daher auch weitere Kooperationen mit starken Partnern in diesen Bereichen“, erklärt Pressesprecherin Annika Karstadt.

Eher unspektakulär sind dagegen die Hardwarespezifikationen des Geräts: Der ursprünglich für das Gerät geplante Zweikern-Prozessor wurde nun durch einen leistungsfähigen Vierkerner ersetzt, 2 GB Arbeitsspeicher, 16 GB interner Speicher und ein Micro-SD-Slot zum Erweitern sind vorgesehen. Der 10,1-Zoll-Bildschirm bietet eine Auflösung von 1280 x 800 Pixeln, über die Infrarotschnittstelle lässt sich das Gerät als Multimedia-Fernbedienung nutzen. Zusätzlich gibt’s 50 GB Dropbox-Speicher für zwei Jahre.

Unsere  Tests belegen: Samsung hat vieles richtig gemacht, indem das Unternehmen nicht das iPad zu kopieren versucht, sondern eigene Nischen und Anwendungsszenarien sucht und definiert. Das Tablet arbeitet – im Gegensatz zu dem beim Mobile World Congress im Frühjahr in Barcelona gezeigten Vorseriengerät – auch im Multitasking-Modus flüssig und weitgehend fehlerfrei. Den Vergleich mit dem iPad kann das Galaxy Note allerdings in Sachen Design und Verarbeitung nicht ganz halten. Insbesondere der Pen wirkt wenig wertig. Die Wifi-Variante steht für 599 Euro im Laden, für die UMTS-Variante werden 90 Euro mehr fällig. Ob und wann es in Deutschland Versionen mit mehr Speicher geben wird, ließ die Pressesprecherin offen. Beim Vertrieb setzt das Unternehmen neben den freien Verkauf auch auf E-Plus als Premiumvermarkter.

Ein Punkt des Produktmanagements überrascht allerdings: Das Timing. Die Tatsache, dass das Galaxy Note 10.1 jetzt, wenige Wochen vor Beginn der Internationalen Funkausstellung vorgestellt wird, deutet darauf hin, dass da noch mehr kommt. Gerüchten zufolge soll wenige Tage vor dem IFA-Start bereits die Handy-Variante des Note 2 (5,5-Zoll-Display) präsentiert werden – nur wenige Tage vor der Präsentation des nächsten iPhones.

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