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Apple als Werber

Hardware-Hersteller Apple schielt auf Werbegelder - und geht (fast) auf die Knie

Irmela Schwab Veröffentlicht am 14.12.2011 - 15:09 Uhr

Apple ist gleich Design. Apple ist gleich Perfektion. Und Apple ist gleich Arroganz. Oder gibt es jemanden, der sich noch mehr abschirmt, noch weniger Auskunft gibt und noch geiziger ist, wenn es darum geht, zu teilen (Stichwort: Kundendaten)? Auch faire Deals mit der Werbe-Industrie hatte Apple bisher nicht nötig. Mit iAd bietet der Hardware-Hersteller Werbekunden eine Option, innerhalb von mobilen Apps zu Display-Banner zu schalten. Die Ehre, sich dort zu präsentieren, gewährte Appel bisher aber nur dem, wer bereit war, eine Million Dollar zu investieren. Darunter ging gar nichts.

Und jetzt? Geht Apple (fast) auf die Knie. Für seine Verhältnisse. Der Konzern hat den Mindestbeitrag auf eine halbe Million halbiert. Außerdem lädt er, nach Vorbild von Google, Yahoo und Facebook, in seine Zentrale ein, um Werbekunden sein Tool vorzuführen. Und im Gegenzug von seinen Gästen zu lernen. "Sie sind noch dabei, die Werbewelt zu erkunden", zitiert das "Wall Street Journal" Shiv Singh, Digitalchef bei PepsiCo.

Der Sinneswandel hat vermutlich damit zu tun, dass Apple zum einen die Endlichkeit seiner Hardware-Geschäfte entdeckt hat sowohl auch die schwindenden Erlöse bei den mobilen Display-Anzeigen. Während der Konzern im vergangenen Jahr noch mit Google gleichauf lag - jedes Unternehmen erzielte 19 Prozent dieses Werbekuchens und lag damit an der Spitze aller - ist Apple in diesem Jahr auf Platz 3 zurückgefallen. Seine aktuellen 15 Prozent entsprechen 95 Millionen Dollar von insgesamt 630 Millionen Dollar. Die schrumpfenden Werbe-Einnahmen haben zur Folge, dass App-Entwickler, die an den Werbeeinnahmen beteiligt werden, sich mehr und mehr Google zuwenden. Dort verdienen sie besser.

Mit iAd wollten die Kalifornier - mit ihrer bisher ganz gut funktionierenden Arroganz - eben mal so den Werbemarkt revolutionieren. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sie aber als allererstes eines lernen: ihren Kunden zuzuhören, um deren Bedürfnisse zu verstehen. Denn so funktionieren Geschäfte. Die erste Lektion dafür haben sie jetzt gelernt.

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