Experts Talk
W&V Webinare
LEAD digital
MediadatenNewsletterAbo
  • Start
  • Magazin
  • Stellenmarkt
  • Social Media
  • E-Commerce
  • Mobile
  • Semseo
  • Admedia
  • Work
  • Specials
Send to
Drucken

ARD & Co.

Deutsche TV-Sender wollen auch im Netz mitverdienen

Annette Mattgey Veröffentlicht am 20.08.2012 - 15:44 Uhr

Deutsche TV-Sender wollen auch im Netz mitverdienen
Foto: © David Freudenthal

Einst ging es den TV-Sendern nur um die Flimmerkiste im heimischen Wohnzimmer. Heute suchen sie ihr Glück auch im Internet. Dort müssen sie allerdings mit der Konkurrenz kämpfen - von Video-Portalen wie You Tube bis hin zu Filmfirmen aus den USA. Das Internet verändert das Fernsehen von Grund auf. Das zeigt die soeben veröffentlichte ARD/ZDF-Onlinestudie 2012. Für die Sender wird es immer schwerer, ihre Zuschauer mit der herkömmlichen Programmstruktur zu erreichen. Immer mehr Zuschauer befreien sich vom Zeitkorsett zwischen Morgenmagazin, Abendnachrichten und Late Night. Ob als Video on Demand (VoD), als Internet-Stream gegen eine Monatspauschale (SVoD) oder Mediathek -  Fernsehen wird immer mehr konsumiert, wenn die Zuschauer - und nicht die Sender - es wollen. Ein Medium wird neu erfunden, meint Esteban Engel in seinem dpa-Beitrag.

In den USA ist Netflix gerade zum größten Fernsehanbieter aufgestiegen. Das Unternehmen hat mehr als 24 Millionen Kunden. Aus einer DVD-Datenbank von mehr als 100 000 Titeln können sie Filme und Serien per Post oder als SVoD-Streaming-Service nach Hause gegen eine Monatspauschale zwischen acht und 16 US-Dollar (etwa 13 Euro) bestellen. In diesem Jahr will Netflix weitere sieben Millionen Kunden gewinnen.

Auch in Deutschland steht dem Fernsehen die Neuordnung durch das Internet bevor. Nach einer Umfrage im Auftrag des IT-Branchenverbands Bitkom liegt die individuelle Videonutzung bei durchschnittlich etwa 50 Minuten pro Tag. Ende 2010 waren es noch 34 Minuten. An der Spitze steht das werbefinanzierte Videoportal YouTube von Google. Doch auch andere Plattformen bieten mittlerweile Filme auf Abruf - kostenlos und ganz legal. Google hat einen eigenen Filmverleih vergangene Woche über die Plattform Play in Deutschland gestartet. Der Suchmaschinenkonzern hat Verträge mit großen US-Studios wie Paramount, NBC-Universal Disney und Sony sowie deutschen Studios wie Prokino, Senator Film, Tiberius Film und Universum Film. Es fehlen noch wichtige Anbieter wie Warner, Fox oder MGM, die beispielsweise von Apple über iTunes angeboten werden. Auf einem Computer läuft der Verleih über einen herkömmlichen Web-Browser. Komplizierter wird eine Übertragung der Inhalte auf den Fernseher, da in Deutschland die Set-Top-Box Google TV noch nicht verfügbar ist.

Auch Amazon hat auf dem deutschen Markt Fuß gefasst. Über Lovefilm können Kunden DVDs bestellten, sich aber die Filme auch nach Hause bestellen. Mit schnelleren Übertragungswegen wie der neue Internet-Standard LTE für die mobile Nutzung und eigens  auf das Netz zugeschnittene Empfangsgeräte wie Hybrid-TV schreitet die Neuordnung des Fernsehens in Riesenschritten voran.

ARD und ZDF sind bereits im Netz unterwegs und haben ihre Mediatheken mit den eigenen Programmen aufgebaut, ProSiebenSat.1 betreibt mit Maxdome eine Programmbibliothek, RTL hat seine «now»-Plattformen. Beide Sendergruppen reagierten ungehalten, als vergangene Woche das Oberlandesgericht Düsseldorf eine Entscheidung des Kartellamts in letzter Instanz bestätigte und den Aufbau eines gemeinsamen Videoportals von RTL und ProSieben untersagte. Die ProSieben-Gruppe und RTL wollten Sendungen zur Verfügung stellen, die die Zuschauer verpasst hatten. Das Angebot sollte für Nutzer kostenlos sein, werbefinanziert und offen für andere sein, also auch für die öffentlich-rechtliche Konkurrenz.

Zu groß sei die Werbemacht der beiden TV-Konzerne, befürchten die Kartellwächter - sehr zum Unverständnis von RTL-Chefin Anke Schäferkordt. «Wir arbeiten seit Jahren daran, dort zu sein, wo der Zuschauer ist», sagte Schäferkordt der Nachrichtenagentur dpa. Jeder deutschsprachige TV-Sender sollte auf der Plattform die Möglichkeit haben, sein Angebot zu zeitversetzten Abruf anzubieten und sich selbst zu vermarkten. RTL will nun die eigenen Online-Angebote stärken, die Kölner verzeichnen bereits mehr als 100 Millionen Abrufe im Monat über die eigenen Portale. Die Privaten sind dringend auf gemeinsame Netzauftritte angewiesen. Fernsehen, was ich will, wann ich will und wo ich will untergräbt die Programmplanung und die gezielte Ansprache der werberelevanten Zuschauergruppen.

Auch die Öffentlich-Rechtlichen arbeiten an der gemeinsamen Videoplattform «Germany's Gold», über die Filme und TV-Sendungen aus 60 Jahren abrufbar sein sollen. Dazu gehören Fernsehproduktionen wie Dokumentationen, Ratgebersendungen, TV-Movies, Serien, Kinder- und Jugendprogramme, Unterhaltungsshows sowie Spielfilme. Die Plattform soll sich durch Abrufentgelte und Werbung finanzieren. Das Portal wartet allerdings auf grünes Licht vom Kartellamts. Hinter «Germany's Gold» stehen neben ARD und ZDF etwa ein gut ein Dutzend Produktionsfirmen und Rechteinhabern.

Auch aus dem europäischen Ausland drängen Anbieter auf den Markt. Vor einigen Monaten hat der französische Medienkonzern Vivendi angekündigt, noch in diesem Jahr ein Streaming-Service zu starten. Europas größter Medienkonzern hat mit ZaoZa in Frankreich und Deutschland erste Erfahrungen gemacht. Mit Canal+ betreibt Vivendi bereits Abonnenten-TV und besitzt in Deutschland die mit Abstand größte deutsche Filmrechtebibliothek: das Erbe des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch mit rund 7 000 Titeln.

(dpa)

Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren
Wasser predigen, Wein trinken: "Adblock Plus handelt... Mediascale-Geschäftsführer Dominik Frings sieht in der aktuellen Debatte um Adblocker und die aktuelle Kampagne der Verlage... weiterlesen... Punktefrau Christine Heller kam per Blog zum Job: "Der erste... Auf der re:publica platzte der Raum aus allen Nähten, als sie zum Thema Personal Branding sprach: Christine Heller, auch unter... weiterlesen... Facebook-Marketerin Everson: Newsfeed ist "der wertvollste... Sie ist die Netzwerkerin zwischen Werbungtreibenden, Agenturen und Facebook: Carolyn Everson. Die 41-Jährige soll die Budgets von... weiterlesen... Zornige Garten­zwerge machen Ikea-Spot zum Youtu­be-Hit Mehr als 790.000 Youtu­be-Views erzielte Ikea binnen eines Monats mit seiner aktu­ellen Früh­jahrs­kam­pagne für... weiterlesen...
hier werben plista Blume powered by plista
Send to
Drucken
Annette Mattgey

Dieser Blogeintrag wurde verfasst von:

Annette Mattgey

 

Kommentieren

 Ich habe die Netiquette gelesen und erkläre mich damit einverstanden.*
* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht
  • Vorheriger Blog
    zum Thema
  • Nächster Blog
    zum Thema
Top-AktuellTop-Geklickt
  • 17.05.2013 • Social Media Facebook-Marketerin Everson: Newsfeed ist "der wertvollste Anzeigenplatz"
  • 17.05.2013 • Social Media Social lästern zum Grand Prix in Malmö
  • 17.05.2013 • Admedia Wasser predigen, Wein trinken: "Adblock Plus handelt zynisch"
  • 17.05.2013 • Work Audi, BMW und Microsoft sind die Arbeitgeber mit den besten Social Media-Auftritten
  • 16.05.2013 • Social Media Stresstest bestanden: Nivea siegt beim Deutschen Preis für Onlinekommunikation
Mehr Aktuelles aus
  • 15.05.2013 • Admedia Zornige Gartenzwerge machen Ikea-Spot zum Youtube-Hit
  • 16.05.2013 • Work Punktefrau Christine Heller kam per Blog zum Job: "Der erste Versuch muss sitzen"
  • 17.05.2013 • Admedia Wasser predigen, Wein trinken: "Adblock Plus handelt zynisch"
  • 13.05.2013 • Social Media Muttertags-Bild: Ikea-Rezept mobilisiert am stärksten die Fans
  • 15.05.2013 • Social Media Studie: PR-Agenturen sind enttäuscht von Social-Media
Anzeige
Folgen Sie uns!
 
 
Facebook
  Facebook    
RSS
  RSS
Facebook
Anzeige
Archiv
2013
  • Mai
  • April
  • März
  • Februar
  • Januar
2012
  • Dezember
  • November
  • Oktober
  • September
  • August
  • Juli
  • Juni
  • Mai
  • April
  • März
  • Februar
  • Januar
2011
  • Dezember
  • November
  • Oktober
  • September
Blogroll

HRmarketingblog

Kontakter Blog

Links

W&V

W&V Stellenmarkt

W&V Digital

W&V Karriere&Job

Kontakter New Media

Info

Mediadaten

Impressum

Disclaimer

Datenschutz

Abo

Jahresabo

Studentenabo

Schnupperabo

Testabo

Newsletter

RSS