Aufreger der Woche: Facebook zahlt echtes Geld für Whatsapp, Amazon mag virtuelle Coins
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Wochenrückblick | | von Frederik Birghan

Aufreger der Woche: Facebook zahlt echtes Geld für Whatsapp, Amazon mag virtuelle Coins

Die Nachricht von der Übernahme von Whatsapp durch Facebook für sage und schreibe 19 Milliarden Dollar hat im Silicon Valley durchaus ein mittleres Beben ausgelöst. Nicht die Übernahme an sich. Die ist nachvollziehbar: Schließlich hatten sich gerade die jungen Zielgruppen immer stärker beim Kurznachrichtendienst aufgehalten, nicht beim weltgrößten sozialen Netzwerk. Diese monatlich 450 Millionen Nutzer hat Facebook nun einfach aufgekauft. Wert pro Kopf oder Kunde nach Adam Riese: 42,22 Dollar. Der Wert wird etwas gedrückt, wenn eintrifft, womit Mark Zuckerberg offenbar rechnet. Dass nämlich auch Whatsapp eine Milliarde Nutzer weltweit miteinander verbindet.

Für die Kundschaft wird spannend, ob sich durch den Kauf von Whatsapp das zugrunde liegende Geschäftsmodell ändert. Das besteht ja noch darin, gegen eine Abonnementsgebühr die Nutzer miteinander in Kontakt treten zu lassen - ohne Werbung oder Datenabschöpfung. Das könnte sich demnächst ändern. Zur Übernahme wurde von Seiten Facebooks zunächst versichert, der Kurznachrichtendienst bleibe autonom, behalte seine Unabhängigkeit und werde sein Geld nicht mit Werbung verdienen (müssen). Was man rund um den Deal noch wissen muss, hat W&V in einem Storify-Stream übersichtlich zusammengefasst.

Was die digitale Branche aber tatsächlich geschockt hat, war der exorbitante Preis für die Übernahme. 19 Milliarden Dollar sind nicht gerade Kleingeld. Das Signal, das von diesem Deal ausgeht, lautet denn auch: Es gibt offenbar kaum Grenzen nach oben für wertvolle Tech-Firmen mit globaler Kundschaft. Zusätzlich befeuert wird dieser teure Trend von dem Umstand, dass die großen Player Apple, Facebook, Google, Microsoft & Co auf dicken Bargeldreserven sitzen. Allein bei Apple sollen sie um die 130 Milliarden Dollar betragen. Das weckt Phantasien. Immer mal wieder wird etwa Apple in Verbindung gebracht mit Übernahmen; mal heißen die Firmen Loewe, mal Tesla. Geworden ist aus diesen Dingen - noch - nichts. 

Was werden soll es bei Amazon mit der virtuellen Währung, den Amazon Coins. Bislang kannten Kunden die Zahlungseinheit vom Lesegerät Kindle. Nun werden damit auch auf Android-Endgeräten Spiele, Apps und In-App-Käufe möglich sein, auch in Deutschland. Gelockt werden sollen die Nutzer mit einem Rabatt von zehn Prozent. Vorteil für den Online-Hänlder ist die Ausweitung der Kampfzone in die mobile Android-Welt hinein. Microsoft hatte einen ähnlichen Service rund um die Xbox mangels Zuspruchs wieder eingestellt.

Dann gab es noch den Knigge für Googles Datenbrille. Der Suchmaschinenkonzern fürchtet offenbar, dass Googles Glass mehr Angst und Schrecken, denn Begehren auslösen könnte, wenn sich die einschlägigen Brillenträger nicht zu benehmen wissen. Ratschlag daher: Sei kein Glasshole!

Und dann war da noch die Aufregung um die Internet-Router des Herstellers AVM: Unter der Marke "Fritzbox" sind die kleinen Kästchen in Deutschland weit verbreitet. So verbreitet anscheinend wie die Gefahr eines Hacks. Erst hieß es noch, nur die Kunden seien betroffen, die den Fernzugriff aktiv geschaltet haben. Inzwischen wird überall dringend das jeweilige Update empfohlen. Gefahren lauern eben immer und überall.

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