Noch bis Ende Juni läuft Schröders Experiment.
Noch bis Ende Juni läuft Schröders Experiment. © Foto:Jonathan Schröder

Honorardiskussion | | von Anja Janotta

"Zahlt so viel ihr wollt": Was ein Freelancer erlebte

Jonathan Schröder hat Anfang des Jahres ein Experiment als freier Texter gewagt: Jeden Freitag hat er ein Projekt angenommen, bei dem der Kunde selbst bestimmen durfte, was er bezahlt. Dem Free Friday kann Schröder viel Positives abgewinnen. Vor allem, weil kaum einer die Honorare drücken wollte. "Die Bezahlung war überdurchschnittlich," sagt Schröder gegenüber W&V Online. "Das hätte ich so nicht erwartet." Alle abgerufenen Dienstleistungen wurden bezahlt, auch wenn es manchmal eher kreative Entlohnungswege gab, so beispielsweise bei einem Hotel-Kunden ein Hotelgutschein. 

Im Schnitt habe er einen Stundensatz von 100 Euro erreicht, sagt er. Allerdings müsse man dabei berücksichtigen, dass er oftmals schneller mit einem Projekt fertig geworden sei als veranschlagt. Gleichzeitig müssten auch Leerlaufzeiten eingepreist werden, die mit dem Honorar auch überbrückt werden müssten.

Zehn Aufträge kamen seit Start des Experiments rein, die meisten über die Social Media-Kanäle Schröders, also über Xing oder Facebook. Bis auf einen waren es alles Neukunden. "Die Jobs liefen alle gut," sagt Schröder. "Neben einem TV-Pitch habe ich ein paar Websites betextet, Headlines geschrieben, einen Namen entwickelt."  Bis zum 24. Juni will Schröder seinen Free Friday noch anbieten. Und noch sind laut Buchungstool einige Slots offen. Als Selbstläufer in der Akquise hat sich das Experiment dann offenbar doch nicht erwiesen, auch wenn in einem Fall bereits ein Folgeauftrag gebucht wurde. Das liege offenbar vor allem an der mangelnden Bekanntheit. "Ohne Werbung, keine Aufträge," meint Schröder dazu realistisch. Zeit in Werbung mag er aber nicht stecken, weswegen er auch nach dem 24. Juni das Experiment nicht weiter fortsetzen will.

Dennoch nimmt der Texter, der in Österreich arbeitet, einige positive Learnings mit: Vor allem werde er künftig häufiger Pauschalangebote fürs Texten unterbreiten statt sich nach Stunden bezahlen zu lassen. Durch die Vielfalt der Aufträge habe er außerdem erfahren, auf welchen Text-Bereich er sich künftig spezialisieren will - Texte für Designagenturen.

"Zahlt so viel ihr wollt": Was ein Freelancer erlebte

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