Personal Branding | | von Annette Mattgey

Yasni und Xing eignen sich am besten zur Profilierung

Täglich werden circa eine Milliarde Suchanfragen nach direkten Namen gestellt. Ob ich selbst oder einer meiner Namensvetter oben steht, ist auch eine Frage des Personal Branding. Marc Nemitz hat untersucht, welche Strategien am besten funktionieren. Denn nur jeder Zehnte schafft es, den ersten Platz seines eigenen Suchergebnisses bei Google zu erreichen, 20 Prozent besitzen keinen Platz innerhalb der ersten zehn Treffer und 15 Prozent der User haben sogar einen negativen Eintrag auf der ersten Seite.

Bei der persönlichen Suchmaschinenoptimierung geht es darum, vielfältige und aussagekräftige Suchergebnisse zu generieren. Im Gegensatz zum klassischen SEO widmet sich Personen-SEO nicht aussschließlich dem Ziel, die Topposition zum Keyword (dem eigenen Namen) zu erreichen, sondern eine möglichst breite Palette an Suchtreffern zu platzieren. Sie sollten positive Informationen hervorheben. Besonders groß sind die Möglichkeiten für Webworker - und für sie ist der Nutzen daraus vielleicht auch am deutlichsten. Einerseits können sie mithilfe der Backlinkstruktur ihrer eigenen Seiten ein digitales Grundrauschen erzeugen und andererseits wird ihr Author-Rank bei Google sowie der Klout-Score über Bing gestärkt.

Angelehnt an eine Untersuchung von Brandyourself, die Communities und Job-Websites in den USA verglichen hat, hat Nemitz einen ähnlichen Test für Deutschland angelegt und 50 sehr große und verbreitete Portale, soziale Netzwerke, Communitys, Foren und Freeblogs beleuchtet.

Alle Accounts wurden innerhalb eines Tages über ein sauberes System aufgesetzt und mit den gleichen Informationen über eine fiktive Person bestückt. Die Privatspähreneinstellungen wurden möglichst für Suchmaschinen geöffnet. Ergebnissabfragen erfolgten an Tag 1, 2, 7 und 30. Für die Abfragen wurden mehrere saubere Systeme im regionalen Kontext verwendet. Am 30. Tag erfolgte eine zusätzliche Abfrage bei eingeloggten Google- und Bing-Accounts.

Flickr und Yasni reagieren am schnellsten

Flickr und Yasni wurden am schnellsten indiziert. Nach einer Woche führte Blogspot die Ergebnisliste an. Nach 30 Tagen hatten es 13 Seiten in den Google-Index geschafft, die 40 Treffer generierten. Bing zeigte nur zwei indizierte Seiten, Metager vier und Baidu konnte keine Ergebnisse liefern.

Die Reihenfolge der Suchergebnisse bei Google:

  • Yasni
  • Xing
  • Myspace
  • Blogspot
  • Facebook
  • twoday
  • linkedin
  • Badoo !!! – Singlebörse
  • Flickr
  • Stayfriends
  • WordPress
  • Pinterest

(siehe Infografik hier)

Bei eingeloggtem Google-Account wurden zusätzlich das G+-Profil und der Youtube-Account erkannt. Twitter, WkW, VZ usw. brachten keine Seiten in den Index. Erstaunlich gut schnitten die Personensuchmaschinen Yasni und Stayfriends ab, die jeweils bei Google und Bing mehrere Treffer listen konten. Ebenfalls überraschend war das gute Ergebnis der Singlebörse Badoo, während die Konkurrenz es nicht in die Suchmaschine schaffte. Die Zielsetzung sollte hier allerdings recht genau beachtet werden. Bei der Partnersuche ist es gewiss hilfreich, für den zukünftigen Arbeitgeber unter Umständen ein Ausschlusskriterium.

Mögliche Kritikpunkte

Nemitz selbst wendet ein, dass einige die Meinung vertreten, dass man gar keine Ergebnisse für die Suchmaschinen produzieren sollte. Man kann sich in sozialen Netzwerken unter Pseudonym bewegen und keine Daten von sich preisgeben. dies hält Nemitz für richtig, solange es keinen negativen Eintrag in den Trefferlisten zur eigenen Person gibt. Gegenmaßnahmen sind hingegen geboten, wenn sich ein böser Mitbewerber oder Nebenbuhler aktiv an der Erstellung negativer Einträge beteiligt. Wer der Verschleierungstheorie zuneigt, müsste zudem permanent darauf achten, dass er oder sie nie mit Klarname in den Netzwerkenagiert. Nemitz findet es dagegen sinnvoller, die inhaltliche Hoheit über die Trefferliste zu behalten und gezielt Informationen zu setzen.

Bei Namensvettern von Angela Merkel scheitert die Taktik

Das Personen-SEO eignet sich nicht für jeden Namen. Sollten sie zum Beispiel Angela Merkel, Papst Benedikt oder Franz Beckenbauer heißen, wird es schwierig die Suche zu beeinflußen. In diesen Fällen besteht aber der Vorteil, dass man nur unter sehr genauen Angaben zu finden ist und hier kann man dann mit erweiterten Angaben die Einträge dominieren.

Yasni und Xing eignen sich am besten zur Profilierung

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