Johann Jungwirth würde lieber das allgemeine Du einführen.
Johann Jungwirth würde lieber das allgemeine Du einführen. © Foto:Screenshot Volkswagen-Video

Firmensprache | | von Anja Janotta

Wie die Duz-Kultur auch bei Volkswagen ankommt

Auch knapp acht Monate nach seiner Rückkehr aus den USA kann Johann Jungwirth, der Digitalchef von Volkswagen, sich noch nicht mit dem in Deutschland üblichen Siezen anfreunden. "Am liebsten wäre es mir, das Siezen abzuschaffen - aber das ist für Deutschland wohl eher ein 20-Jahres-Plan. Nach acht Jahren Silicon Valley und elf Jahren USA insgesamt, wo es dies halt nicht gibt, ist Siezen arg seltsam", sagte der Ex-Apple-Manager der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

"Die Menschen hier suchen sich ja aus, wem sie das Du anbieten, das geht nach Sympathie", betonte Jungwirth. Alle anderen würden sie auf
Abstand halten, was schon sprachlich Gräben schaffe. "Ich halte das für völlig überflüssig und biete hier sofort das Du an. Ich bin Jay Jay. Das klappt immer." Bei VW duze sich auch das Leitungsteam um Konzernchef Matthias Müller.

Auch mit anderen formellen Vorgaben wie Krawatte und Anzug könne er sich nur bedingt anfreunden, sagte Jungwirth. "Im Valley ist das
deutlich lockerer - und hier in Wolfsburg eben noch nicht üblich. Ich habe das im Prinzip über die ersten Monate auch so gelebt - erst auch
mit Anzug und Krawatte. Einfach, um nicht anzuecken und nicht von inhaltlichen Themen abzulenken, damit mich die Kolleginnen und
Kollegen hier erst einmal kennen lernen, mich als Mensch mit meinem Know-how und meiner Erfahrung respektieren." Inzwischen habe er aber
sowohl die Krawatte als auch das Sakko wieder abgelegt. (dpa)

Wie die Duz-Kultur auch bei Volkswagen ankommt

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