Relationship Intelligence | | von Irmela Schwab

Wie Big Data für interne Arbeitsabläufe genutzt wird

Es war der Aufreger der vergangenen Tage: Prism, das Spionage-Programm der National Security Agency, hat die Debatte um Datenschutz zugespitzt wie nie. Gleichzeitig arbeiten junge Startups in den USA daran, immer tiefer zu graben und dabei Datenschätze zu heben, die die Arbeitsweise von Mitarbeitern in Unternehmen unter die Lupe nehmen.

Über physische Sensoren sammelt Sociometric Solutions etwa Daten darüber, wo sich Mitarbeiter im Büro verteilt aufhalten. Tenxer untersucht, wie lange sich einige Kollegen in Meetings befinden und wie sich das auf ihre Produktivität auswirkt - im Vergleich zu anderen Kollegen, die diese Meetings nicht besucht haben. Ziel dieser Big Data-Software ist es, Muster herauszufiltern, um leichter Optimierungspotenziale zu erkennen: in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Automatisierte Relationship Intelligence statt Relationship Management Systeme, die händisch befüllt werden müssen.

Wie das “Wall Street Journal” berichtet ist RelateIQ derzeit der heißeste Newcomer, der Big Data für den Workflow einsetzt. Die Software bietet einen zentralen Knotenpunkt, an dem alle Kommunikationsdaten innerhalb eines Unternehmens zusammenfließen. Darüber wird etwa sichtbar gemacht, an was einzelne Mitarbeiter derzeit arbeiten. Dazu wird jede Email, jeder Eintrag und Kontakt in Social Networks und Telefonanrufe gescannt. Über Algorithmen trifft die Software dann selbst die Entscheidung, was davon wichtig ist. Beispielsweise kann über Interpunktion und Formulierungen erkannt werden, ob eine Nachricht sofort beantworten muss oder nicht. Auch Sarkasmus soll erkannt werden - doch hier bewegt man sich noch im Bereich des Versuchs.

Auch Dienstleister wie Oracle, SAS und Salesforce - mit seinem internen datenbasierten Kommunikationstool Chatter - arbeiten an solchen Lösungen. Die Versuchung sämtliche Datan zu analysieren, um daraus unmittelbare Wettbewerbsvorteile zu erzielen, ist einfach zu verlockend - Privatsphäre hin oder her. Doch nicht alles ist bei RelateIQ transparent: Mitarbeitern bleibt immerhin die Möglichkeit, die Inhalte ihrer Email-Nachrichten vor Kollegen zu verbergen. 

Wie Big Data für interne Arbeitsabläufe genutzt wird

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