Diese Faktoren machen einen Arbeitgeber attraktiv.
Diese Faktoren machen einen Arbeitgeber attraktiv. © Foto:Monster

Employer Branding | | von Anja Janotta

Welche Faktoren einen Arbeitgeber wirklich attraktiv machen

Employer Branding ist für viele Unternehmen immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Eine Auswertung der Studie "Recruiting Trends 2017" von Monster.de zeigt, dass Unternehmen sich nur wenig differenziert gegenüber ihrem Wettbewerb darstellen. Denn die Kandidaten sind nur mäßig zufrieden damit. Vor allem bemängeln sie, dass die Unternehmen sich auf die falschen Merkmale konzentrieren, um sich attraktiv zu machen. Gleichzeitig ist Ehrlichkeit ganz entscheidend - sonst lehnen die Kandidaten ein Angebot sofort wieder ab.

Schon die Studie aus dem vergangenen Jahr hatte gezeigt, dass die künftigen Mitarbeiter Merkmale wie "gutes Arbeitsklima" und "ansprechende Gehälter" für wesentlich halten. Aber die traurige Erkenntnis ist auch: Das sind mittlerweile für die Kandidaten Selbstverständlichkeiten. In Sachen Attraktivität punkten können die Firmen derzeit eher mit "Wertschätzung der Work-Life-Balance", "Weiterbildung" oder "flexible Arbeitszeitmodelle". Am meisten begeistert zeigen sich die Kandidaten von den Punkten "Angebot von Home-Office" und "Flache Hierarchien".

Nachbessern beim Employer Branding

Aber genau hier geht die Schere auf: Gewünscht hatten sich die Bewerber flache Hierarchien, Home-Office-Angebote, Wertschätzung der Work-Life-Balance und gute Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Unternehmen konzentrierten sich in ihrer Kommunikation hingegen eher auf Punkte wie gutes Arbeitsklima, Weiterbildung und das Angebot eines sicheren Arbeitsplatzes. In der Art und Weise, wie sich Unternehmen in diesen Punkten präsentieren, können sie allerdings nur wenige Kandidaten zufrieden stellen. Beim sicheren Arbeitsplatz zeigten sich immerhin 36 Prozent mit der Selbstdarstellung zufrieden, bei den flachen Hierarchien 32,5 Prozent. Bei den Weiterbildungsmöglichkeiten allerdings waren es nur 19,3 Prozent - der zweitschlechteste Wert überhaupt.

Auch die Wertschätzung der Work-Life-Balance fanden nur rund ein Viertel zufriedenstellend präsentiert. Ein Ergebnis, das besonders schwer wiegt, da gerade die Work-Life-Balance für 86,1 Prozent der Kandidaten sehr wichtig ist. Rund die Hälfte von ihnen würde dafür sogar Gehaltseinbußen akzeptieren. 

Ehrlichkeit ist das Wichtigste beim Employer Branding 

Ehrlichkeit allerdings ist das A und O für alles Employer Branding. Vier von zehn haben ein Jobangebot schon einmal abgelehnt, da die versprochenen Konditionen nicht mit den nach außen beworbenen Werten übereinstimmten. Und für zwei von zehn lag darin der Grund, einen Job zu kündigen. Ein gewisses Misstrauen bei den Kandidaten bleibt. In der Studie gaben 85,2 Prozent an, die Aussagen erst dann wirklich zu glauben, wenn sie vertraglich fixiert sind. 75,5 Prozent lassen sich durch Freunde, Bekannte oder Familienangehörige überzeugen, und auch die Glaubwürdigkeit von Stellenanzeigen und Bewertungsplattformen liegt mit 65,5, beziehungsweise 58,2 Prozent noch recht hoch. Weniger Vertrauen wird dagegen den Äußerungen von Mitarbeitern in Blogbeiträgen (37,3 Prozent) oder Unternehmensvideos (34,5 Prozent) entgegen gebracht.

Authentizität ist Pflicht. Denn die Kandidaten informieren sich heute vor der Bewerbung intensiv über Angebote, Werte und Kultur der Unternehmen. Arbeitgeber können punkten, wenn sie den Kandidaten einfachen und direkten Zugang zu Informationen über das Unternehmen ermöglichen und damit im Idealfall auch passiv suchende Kandidaten erreichen.

 

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