Digi-Jobs | | von Annette Mattgey

Was macht eigentlich ... ein Experience Planner?

Heute zählt nicht mehr der Gebrauchswert eines Gegenstands, sondern wie er sich anfühlt, wie er zu meinem Lifestyle passt und ob mein soziales Umfeld ihn cool findet. Genau hier kommt Ufuk Avci ins Spiel. Seine Aufgabe als Experience Planner bei Leo Burnett ist es, Produkte aus der Kundensicht zu denken und Strategien für die Ansprache über alle Touchpoints hinweg zu entwickeln. 

Name: Ufuk Avci

Alter: 32

Position: Senior Experience Planner

Ausbildung: Kommunikationsdesigner

Unternehmen: Leo Burnett Deutschland

1. Was machst Du?

Als Experience Planner finde ich Antworten auf die Frage, wie Markenerlebnisse heute – in Zeiten des digitalen Wandels – auszusehen haben. Wichtig dabei ist, Begegnungen zwischen Mensch und Marke zu schaffen, so dass ein wertvoller Austausch und eine langfristige, vertrauensvolle Beziehung entsteht. Ich nehme dabei die Perspektive des Käufers ein und überlege: Was muss mir die Marke bieten? Und wie muss das Markenerlebnis gestaltet sein, damit ich darauf anspringe?

Darüber hinaus definiere ich Personentypen und zeige auf, welche Verhaltensweisen diese z.B. beim Shopping an den Tag legen und welche Touchpoints – sowohl online wie offline – sie in welcher Situation nutzen. Daraus erstelle ich Customer Journeys und überlege, welche Rolle die Kommunikation innerhalb dieser Journeys erfüllen muss. Dieser Prozess dient als strategische Grundlage und Inspiration für die Kreation. Nur so entstehen spannende Kommunikationsideen.

2. Wie bist du zu dieser Aufgabe gekommen?

Damals, als das iPhone die Medienlandschaft umkrempelte und mit dem iPad eine ganz neue Art von Geräten auf den Markt kam, startete ich ins Berufsleben als Mobile Information Architect. Das bedeutet, ich hatte das Glück, ganz vorne mit dabei zu sein und die sich verändernde Medienlandschaft durch Kreation selbst aktiv mitzugestalten – ein Privileg, das ich in meiner jetzigen Tätigkeit nicht mehr missen will. Vom Mobile Information Architect über den Mobile Consultant landete ich schließlich bei Leo Burnett Frankfurt als Experience Planner.

Der Unterschied zu vorher ist, dass ich nun nicht mehr nur berate und kreiere, sondern Strategien entwickle, die das Marktgeschehen in übergeordnete Kommunikationsmaßnahmen übersetzen – und das in allen verfügbaren Kanälen. Somit hat sich die thematische Flughöhe geändert: von der Benutzerschnittstelle hin zur strategischen Planung.

3. Welche Eigenschaft hilft dir in deinem Job-Alltag am meisten? Warum?

Begeisterung für neue Technologien und eine offene Haltung gegenüber dem sozio-kulturellen Wandel unserer Gesellschaft sind ein absolutes Muss. Um Begegnungen zwischen Mensch und Marke zu schaffen, hilft eine ordentliche Portion Empathie und logisches Denken. Ein gutes Vermittlungsvermögen und Diplomatie können auch nicht schaden, denn schließlich muss das strategische Grundgerüst auch an Kunden und Kreative vermittelt werden.

4. Was ist dir an deinem Job am wichtigsten? Was macht am meisten Spaß?

Wichtig ist mir, eine Lösung für folgende Herausforderung zu finden: Wie positioniere ich – heute und in Zukunft – Marken in einer Welt, in der sich Menschen Tag für Tag neu erfinden? Diese Fragestellung bietet die nötige Spannung und genug Potenzial, meine Kreativität und Schöpfungskraft einzusetzen. Dass das Spaß macht, ist selbstredend.

5. Mein Job ist unverzichtbar, weil …

...derzeit etwa 60.000 Marken in Deutschland beworben werden, die alle im kommunikativen Wettbewerb stehen. Früher reichte es aus, sich durch den Gebrauchswert eines Produkts vom Wettbewerb zu differenzieren. Das hat sich geändert: Durch ein wachsendes Produktangebot, stagnierende Nachfrage und austauschbarere Produkte sind Marken gezwungen, von einer egozentrischen zu einer solidarischen Zielbestimmung zu wechseln. Nur so können sie im Kommunikationswettbewerb bestehen. Und genau hier setzt Experience Planning an: Es liefert den nötigen strategischen Ansatz, um die richtigen Maßnahmen zu treffen  – ein unverzichtbarer Beitrag in der heutigen Markenkommunikation.

6. Wenn du nicht Experience Planner wärst, was wärst du dann?

Ich finde es liegt mir ganz gut, das Bestmögliche aus einer gegebenen Situation rauszuholen sowie komplexe Sachverhalte zu vereinfachen und zugänglich zu machen. Deshalb wäre ich wahrscheinlich Mediator und würde zwischen unterschiedlichen Parteien vermitteln.

Was macht eigentlich ... ein Experience Planner?

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