Karriere | | von Annette Mattgey

Warum Start-ups optimal für Young Professionals sind

Der Gründungsboom in Deutschland schafft Arbeitsplätze, doch die Karrierechancen in jungen Unternehmen werden oft unterschätzt. Die Arbeitsbelastung sei hoch, die Löhne niedrig und der Arbeitsplatz unsicher, so heißt es. Ganz andere Erfahrungen hat Catarina Specht, Manager PR & Communications beim Gutscheinportal Savoo.de.

Text: Catarina Specht

Bundesweit suchen tausende Start-ups nach Mitarbeitern  - und haben mit diesen Vorurteilen zu kämpfen. Alleine in der Gründerhauptstadt Berlin gibt es im Juli 2013 rund 5.400 Start-up Unternehmen,  satte 44 Prozent mehr als 2008. Diese  beeindruckende Dynamik  bescheinigt die aktuelle Studie der Investitionsbank Berlin (IBB) vom Juli 2013 insbesondere der digitalen Wirtschaft: Alle 20 Stunden würde ein neues Internetunternehmen in Berlin gegründet.

Nicht jede Businessidee besteht im harten Wettbewerb, doch wirtschaftlich zeigen sich Start-ups extrem stark. So machen sie in Berlin bereits 4,25 Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung der Stadt  aus. Dennoch werden Jobs in Start-ups in der öffentlichen Wahnehmung  allzu häufig mit prekären Beschäftigungsverhältnissen gleichgesetzt. Zu Unrecht, denn Start-ups bieten Young Professionals  attraktive Karrierechancen.

Turbo für die Karriere

Gerade Online-Start-ups zeichnen sich durch enorme Wachstumspotenziale aus. Dadurch können motivierte Mitarbeiter rasch Verantwortung übernehmen und die Karriereleiter schneller nach oben klettern, als es in einem mittelständischen Betrieb je möglich wäre. Flache Hierarchien, Flexibilität und ein kreatives Umfeld sind für gut ausgebildete Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen ideale Voraussetzungen. Und der Bedarf an Arbeitskräften ist hoch. Die passenden Mitarbeiter zu finden ist unbestritten der Schlüssel zum Unternehmenserfolg, denn ohne ein starkes und kompetentes Team kann selbst der ehrgeizigste Gründer nicht am Markt bestehen. Wo aber liegt das Problem? Wenn es um die Karriere geht, fühlen sich viele talentierte Arbeitnehmer zu den großen, bekannten Namen hingezogen. Dabei bieten gerade kleinere Unternehmen individuellere Entwicklungsmöglichkeiten und allem voran positive Unternehmenskulturen.

Wie flexibel sollte man sein?

Die Journalistin und Karriereexpertin Tina Groll bestätigt das sehr gute Betriebsklima, das in den meisten Start-ups hersche, weiß aber auch von den Herausforderungen, auf die sich Mitarbeiter einstellen müssen: „Häufig werden in Start-ups Positionen besetzt, für die die Arbeitsplatzbeschreibung noch nicht klar ist. Da werden dann die verschiedensten Tätigkeitsfelder genannt. Das kann eine Chance sein, sich in verschiedenen Bereichen zu erproben. Man muss seine eigenen Fähigkeiten und Grenzen jedoch gut kennen,  um als Arbeitnehmer von dieser Flexibilität zu profitieren.“  

Stimmt die Balance?

Was in Großkonzernen gilt, ist bei Start-ups oftmals noch viel drängender: das Verhältnis von Arbeitsvolumen und die dafür vorgesehene Zeit. In einer Unternehmenskultur des Wachstums und Aufbaus gehört ein großes Arbeitspensum oft mit dazu. „Gerade junge Mitarbeiter neigen dazu, sehr viel zu arbeiten und viele Überstunden zu machen. Besonders in Projektarbeit geschieht das  - völlig unabhängig vom Unternehmen“ erklärt Prof. Tim Hagemann vom Institut für Arbeitspsychologie und Arbeitsmedizin (IAPAM). „In vielen Start-Ups gibt es keine Arbeitszeitmessung sondern nur Vertrauensarbeitszeit. Hilfreich ist es, sich Überstunden aufzuschreiben und diese dann auch nehmen“. 

Gibt das Ärger mit dem Chef? Nur dann, wenn er oder sie nicht begriffen hat, dass eine vernünftige Work-Life Balance aller Mitarbeiter die Voraussetzung dafür ist, die gesteckten Ziele zu erreichen. In einem kleinen Team ist die Zufriedenheit jedes einzelnen Mitarbeiters sehr wichtig für den Unternehmenserfolg.

Eher eine Frage des Typs als des Alters

In Start-Ups arbeiten oft junge Menschen der sogenannten Generation Y, von denen es heißt, Flexibilität  und Sinn seien ihnen wichtiger als Geldverdienen. Ein '80er Jahrgang ist aber nicht die Vorraussetzung für eine steile Start-up Karriere, sondern vielmehr die Bereitschaft sich auf den Start-up-Spirit einzulassen. Teil eines Start-ups zu sein ist aufregend, denn man bekommt die Chance mit dem Unternehmen zu wachsen und es zu prägen.  Wer sich unsicher ist, ob das Arbeitsumfeld in einem jungen Unternehmen das richtige ist oder herausfinden möchte, welches Start-up zu einem passt, sollte sich gut informieren. Am besten geht das – natürlich – im Internet.

Dazu empfehle ich folgende Links:
www.gruenderszene.de
www.diechefin.de
www.startupcareer.de

Catarina Specht arbeitet als Manager PR & Communications bei Savoo.de  in Berlin. Savoo ist das internationale Tochterunternehmen von Savings.com. Das europäische Team mit 18 Mitarbeitern sitzt an den Standorten London (savoo.co.uk gegründet 2009) und Berlin (savoo.de gegründet 2012). Specht kennt auch die Arbeit in Großunternehmen. Vor ihrem Einstieg bei Savoo war sie für das Pharmaunternehmen Pfizer tätig.

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