"Der Lebenslauf ist ein Türöffner für die Kandidaten."
"Der Lebenslauf ist ein Türöffner für die Kandidaten." © Foto:SapientNitro

Recruiting | | von Ute Maria Zankl

Warum Sapient Nitro nicht auf den Lebenslauf verzichtet

Sollten deutsche Agenturen beim Recruiting nach dem Lebenslauf fragen? Ein Curriculum Vitae (CV) ist schnell gefälscht, wie der Fall der SPD-Politikerin Petra Hinz beweist. Vielleicht ließe sich durch den Verzicht zudem mehr Vielfalt am Arbeitsplatz garantieren? Die Agentur JWT London handhabt es so und stellt ihren Bewerbern erstmal online ein paar Fragen, bevor sie zum Jobinterview lädt. Bei Sapient Nitro möchte indes niemand auf den CV verzichten, so Ute Maria Zankl, Director People Strategy von Sapient Nitro für Deutschland. In ihrem Beitrag erklärt die Lead Digital-Bloggerin warum. 

Auch in der Kreativ-Branche ist ein CV plus Portfolio nach wie vor ein wichtiges Kriterium für die Bewerbung. Er ist in der Regel ein Türöffner für die Kandidaten. Ein Hinweis darauf, ob ein Dialog mit einem Interessenten oder einer Interessentin für beide Seiten lohnenswert sein könnte. Bei einer Mitarbeiterempfehlung – oder wenn der Kandidat aus anderen Gründen bekannt ist – kann in Ausnahmefällen auch ein Gespräch stattfinden, bevor der Lebenslauf vorliegt. Oftmals geben Xing- oder Linkedin-Profile bereits einen Eindruck davon, ob sich ein Gespräch lohnen könnte.

Das Argument, dass ein Bewerbungsverfahren ohne CV zu mehr Vielfalt am Arbeitsplatz führt, kann ich nicht nachvollziehen. Wir haben aber festgestellt, dass nicht die Einladung zu einem Interview ein Hindernis für Diversity ist, sondern der anschließende Interview-Prozess.  Das Thema ist zu komplex, als dass man es mit einer singulären Aktivität angehen könnte. Eine wichtigere Maßnahme, um den sogenannten "Unconscious Bias" zu verhindern, ist es, das Thema bei Recruitern und Entscheidern zu thematisieren - es durch Trainings bewusst zu machen. Zudem sollten das Hiring-Team und die Interviewer-Pools divers zusammengesetzt sein, damit unterschiedliche Sichtweisen bei der Entscheidung für oder gegen die Kandidaten zum Tragen kommen.

Bei Sapient Nitro sehen wir keinen Grund, unseren bewährten Recruiting-Prozess grundlegend zu ändern, gehen aber nach wie vor flexibel damit um. Um die Anzahl der Interessierten zu erhöhen, ist unter anderem eine familienfreundliche Arbeitgebermarke entscheidend. Zudem eine explizite Selbstverpflichtung des Managements, bei Gehältern keinen "Gender Gap" zuzulassen. Das heißt: Der Mensch, nicht der Prozess, steht im Mittelpunkt, und wenn wir einen interessanten Menschen finden, suchen wir das Gespräch – so oder so.

Warum Sapient Nitro nicht auf den Lebenslauf verzichtet

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