Manager müssten überzeugende Stories erzählen, sagt Pfeffer.
Manager müssten überzeugende Stories erzählen, sagt Pfeffer. © Foto:Screenshot Rede Treump auf Youtube

Lesetipp | | von Anja Janotta

Warum ein Chef auch gemein sein muss

Bescheidenheit, Aufrichtigkeit, Empathie? "Natürlich sind das alles wundervolle Qualitäten und es gibt auch keinen Zweifel daran, dass Unternehmen und ihre Mitarbeiter besser dran wären, wenn sich ihre Führungskräfte moralisch einwandfrei verhalten würden. Aber das tun sie eben nicht." Der Stanford-Professor Jeffrey Pfeffer räumt in einem Interview mit dem "Spiegel" mit den Rollenerwartungen an moderne Chefs auf.

Ein Manager, der sich durchsetzen will, darf nicht etwa bescheiden sein, sondern muss viel Eigenwerbung für sich machen. Auch muss er seine Mitarbeiter manchmal ganz offensichtlich auch mal belügen, um sie bei der Stange zu halten, sagt der Management-Forscher. Vertrauen sei gut, aber alle Versprechen zu halten, die man gegeben habe, enge einen Manager nur in der Handlungsfreiheit ein. Pfeffers Credo: Man muss fies sein, um erfolgreich zu werden.

Um wirklich Karriere zu machen müsse man die menschliche Natur genau kennen. Dazu gehöre zum Beispiel auch, dass sich Chefs auch gerne mal vor sich selbst besser machen als sie tatsächlich sind. Wenn sie es dann auch selbst glaubten, könnten sie auch das Publikum erfolgreich täuschen. Dieser Mechanismus scheint ofefenbar gut zu funktionieren, wie Pfeffer am Beispiel des Präsidentschaftskandidaten Trump zeigt. In dem Blog auf seiner Website schreibt Pfeffer, dass Trump nach wie vor allein mit geschicktem Storytelling sein Publikum überzeugen könne, er sei ein erfolgreicher Business-Mann. Auch wenn die Presse mittlerweile viele von Trumps Business-Entscheidungen mittlerweile zerpflückt hat - der öffentlichen Wahrnehmung und seiner Popularität als Leader schade das dennoch kaum bis gar nicht.

Pfeffer gibt neuen Mitarbeitern vor allem eines mit auf den Weg: Sie sollten der Täuschung in der Chefetage keinen Glauben schenken und sich stattdessen sehr genau erkundigen, wer ihr künftiger Chef sein wird. Und sie müssten sich stärker um sich selbst kümmern - genauso wie es eben der Chef auch tue.

Hier geht's zum "Spiegel"-Interview.

Warum ein Chef auch gemein sein muss

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