Stepstone | | von Annette Mattgey

Warum Chefs die Laune der Mitarbeiter ernst nehmen sollten

Das Glück ihrer Mitarbeiter sollte Arbeitgebern am Herz liegen.Sie können dafür einiges tun. Und bekommen im Gegenzug motivierte Mitarbeiter, die selten fehlen, und ihren Arbeitgeber weiterempfehlen. Leider ist es um das Glück der Arbeitnehmer in Deuschland eher schlecht bestellt, ergab eine aktuelle Stepstone-Studie. Deutsche Fach- und Führungskräfte bewerten ihr Glück im Job deutlich unterdurchschnittlich. Die Mehrheit der befragten Arbeitnehmer (55 Prozent) benotet das Glücksempfinden im Beruf mäßig bis sehr schlecht. Keine guten Aussichten: Unternehmen, deren Mitarbeiter glücklich sind, bringen deutlich mehr Leistung und sind attraktiver für Bewerber. Zudem empfehlen solche Mitarbeiter ihr Unternehmen deutlich häufiger als Arbeitgeber weiter. Im Rahmen der Untersuchung zum Thema "Glück am Arbeitsplatz" befragte Stepstone insgesamt rund 13.000 Mitarbeiter, überwiegend Fach- und Führungskräfte, und mehr als 1.000 Unternehmen aus sieben europäischen Ländern.

"Für viele Menschen klingt Glück am Arbeitsplatz wie ein nettes, weiches Personalkonzept - eine hübsche Nebensache. Auch Arbeitgeber unterschätzen seine Bedeutung immer noch viel zu oft", sagt Sacha Knorr, Leiter Marketing der Stepstone Deutschland. "Dabei ist eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit heute ein großer Wettbewerbsvorteil für Unternehmen: Sowohl eine langfristige Mitarbeiterbindung als auch eine schnelle und erfolgreiche Rekrutierung rar gesäter Spezialisten sind in Zeiten des Fachkräftemangels bares Geld wert. Andersherum gesagt: Wenn sich Mitarbeiter am Arbeitsplatz nicht wohlfühlen, kann das für die Unternehmen teuer werden."

Auf einer Skala von 1 bis 10 (10=sehr glücklich) bewerten die deutschen  Mitarbeiter ihr Arbeitsglück mit 5,1. Damit liegt ihre    Jobzufriedenheit unter dem europäischen Durchschnitt (5,5). Ihr Glück im Privatleben bewerten sie im Mittel mit 6,4. Bei den Europäern liegt der Wert geringfügig schlechter bei 6,3.

Nur zwei der zehn  wichtigsten Faktoren für das Glück der befragten Arbeitnehmer sind so genannte "harte" Faktoren: eine interessante Tätigkeit und eine gerechte Vergütung. Die „weichen“ Faktoren haben alle mit Vertrauen, Anerkennung und dem Betriebsklima zu tun. „Harte“ Faktoren erzielen dagegen niedrigere Bewertungen. Zugang zu der nötigen Ausstattung für eine effektive Erledigung der Aufgaben zu haben, steht beispielsweise nur an achter Stelle. Ein faires Gehalt zu verdienen, rangiert erst an Platz zehn der Hitliste mit den wichtigsten Faktoren. Dies weist darauf hin, dass der Schlüssel zu einem beglückenden Arbeitsplatz in der Unternehmens- und Führungskultur und im allgemeinen Arbeitsumfeld liegt.
 

 

Wenn sich Arbeitnehmer am Arbeitsplatz nicht wohlfühlen, ist das teuer für die Unternehmen. Eine Studie im Rahmen des „UK Foresight Programme“ über geistiges Kapital und Wohlbefinden ergab, dass Fehlzeiten durch Krankheit, Präsentismus (Präsenz am Arbeitsplatz, jedoch ohne wesentliche Leistungen zu erbringen) und eine hohe Mitarbeiterfluktuation das Land jährlich rund 26 Milliarden Pfund kosten. Unglückliches Personal erbringt mit hoher Wahrscheinlichkeit geringe Leistungen oder verlässt das Unternehmen. Das kann wiederum erhebliche Folgen haben. Ein hoher Personalumschlag bringt zusätzliche Kosten für Personalbeschaffung, Einarbeitung und Unterbrechungen in den Geschäftsabläufen mit sich. Unzureichend motiviertes Personal bedient die Kunden schlecht. Diese beiden Faktoren wirken sich negativ auf den Unternehmenserfolg aus.

Stepstone bat Arbeitgeber, die Vorteile zu nennen, die sich aus der Arbeit mit glücklichen Arbeitnehmern ergeben. Die fünf am häufigsten genannten Vorteile waren: mehr Engagement, geringerer Personalumschlag, weniger Fehlzeiten, leichtere Gewinnung von
neuen Mitarbeitern und eine stärkere Arbeitgebermarke.

 

Glück zieht Talente an: Rund 80 Prozent der glücklichen Mitarbeiter würden ihr Unternehmen als Arbeitgeber weiterempfehlen, bei den weniger Glücklichen sind es nur 20 %. Da die Weiterempfehlung durch bestehende Mitarbeiter im persönlichen Netzwerk eine der
wichtigsten Quellen für die Rekrutierung ist, bleiben hier wertvolle Potenziale unausgeschöpft.

Wunschdenken vs. Wirklichkeit: Deutsche Arbeitgeber halten ihre Mitarbeiter für glücklicher (7,1) als jene es selbst empfinden      (5,1). Diese Diskrepanz lässt sich auch dadurch erklären, dass die wenigsten Arbeitgeber die Zufriedenheit und den Wohlfühlfaktor in der Belegschaft systematisch evaluieren. Nur ein Drittel der befragten Unternehmen analysiert Indikatoren wie Fehlzeiten und Leistungsniveaus, noch weniger Arbeitgeber erforschen Gründe für den Weggang von Mitarbeitern. Unternehmen verzichten damit auf Informationen, die eine wichtige Quelle für  Verbesserungsprozesse sein können.

Weitere Informationen und Tipps für Arbeitgeber finden sich in der Studie "Glück im Job zahlt sich aus".

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