Unternehmensstruktur im Wandel | | von Irmela Schwab

Warum Big Data das mittlere Management überflüssig macht

Cloud-Technologie und Big Data haben einen großen Nutzen: Sie stellen Informationen bereit, die den Unternehmen tiefe Einsichten ins operative Geschäft geben, überall und jederzeit. Um die Auslese der Daten kümmern sich üblicherweise Data Scientists oder andere Manager, die die Erkenntnisse aus den Daten in die jeweiligen Abteilungen weiterleiten.

Diesem Silo-Denken wird langsam aber sicher der Garaus gemacht: Weil die Daten immer simpler auf übersichtlichen Dashboards präsentiert werden, kann sich jeder Mitarbeiter aktuelle Einblicke verschaffen - auch von unterwegs aus. In den USA spricht man daher schon vom Verschwinden des mittleren Managements, das traditionell dafür verantwortlich ist, Zahlen zu interpretieren und Schlüsse fürs Fußvolk zu ziehen.

Mit dem Angriff auf den Wissensvorsprung der mittleren Führungsebene angefangen haben die Startups. So viele Fragen könnten Daten beantworten, stellt James Reinhart, CEO des Second Hand-Etailers ThredUp im "Wall Street Journal" fest. “Offen gestanden haben wir darüber vier bis fünf Mitarbeiter ersetzt, die sich sonst um die Datenanalyse gekümmert hätten.” Stattdessen hat nun jeder Mitarbeiter unbegrenzten Zugang dazu. Zu der Entwicklung tragen auch die sinkenden Kosten für Business Intelligence Systeme bei. Als Konsequenz daraus sind die Management-Strukturen junger Firmen schlanker als je zuvor. 

Auch traditionelle Unternehmen müssen da mitziehen, wenn sie mit ihrem großen Kostenapparat und langsamen Entscheidungsprozessen nicht ins Hintertreffen geraten wollen. Das erfordert natürlich eine Stange Mut - und die Bereitschaft seinen Mitarbeitern zu vertrauen. Das dauert zwar einige Zeit, aber wenn man es dann geschafft hat, gewinnt ein Unternehmen einen unheimlichen Zeitvorsprung. So schildert es Tom Montgomery in der Zeitung. Montgomery ist einer von vier Co-CEOs beim amerikanischen Bekleidungs-Startup Chubbies

Dafür hat der Startup-Lenker auch ein Beispiel parat: Anstatt das Marketing über den Stellenwert von Kundenevents entscheiden zu lassen, kann ein Event-Manager selbst in Real Time beobachten, wieviele Facebook Likes, Instagram Posts und Verkäufe über ein Event jeweils zustande kommen - und darüber selbst die Eventstrategie festlegen. Wer die Entscheidung des Event-Managers hinterfragt, der kann einfach selbst einen Blick auf die Daten werfen.

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