Arbeitszeiten | | von Franziska Mozart

Von wegen Abschalten: Die meisten Urlauber sind beruflich erreichbar

Allen Diskussionen um ein Recht auf Unerreichbarkeit in der Freizeit zum Trotz bleibt die Mehrheit der Berufstätigen auch im Urlaub verfügbar. Das fand der Hightech-Verband Bitkom bei einer Repräsentativen Umfrage heraus. Mehr als drei Viertel der Berufstätigen (76 Prozent), die im Sommer Urlaub haben, beantworten demnach dienstliche E-Mails oder Anrufe. Ans Telefon gehen 61 Prozent, E-Mails bearbeiten 54 Prozent.

Nur knapp ein Viertel der Urlauber (24 Prozent) ist beruflich gar nicht erreichbar. Etwas konsequenter sind die Jüngeren bis 29 Jahre, unter ihnen sind 30 Prozent offline. Dennoch beantworten 56 Prozent E-Mails und 50 Prozent Anrufe. Bei den älteren Kollegen über 30 Jahren sind nur 22 Prozent im Urlaub nicht erreichbar.

Erst Anfang des Jahres löste BMW eine kleine Diskussion um die Mobil-Arbeitszeit von Angestellten aus. Hintergrund war die Ankündigung des Autoherstellers, dass die Mitarbeiter berufliche Telefonate und die Bearbeitung von Mails vor Dienstantritt und nach Feierabend in Zukunft auf dem Arbeitszeitkonto gutschreiben können. Wer also schon auf dem Weg zur Arbeit die ersten Mails beantwortet, soll dies als Arbeitszeit angerechnet bekommen. Außerdem sollen die BMW-Mitarbeiter mit ihren Vorgesetzten auch Zeiträume vereinbaren, in denen sie völlig unerreichbar bleiben wollen.

Damals wurde das beispielsweise von der bayerischen Staatskanzleichefin Christine Haderthauer von der CSU gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" als Selbstverständlichkeit kritisiert. Doch damit könnte sie, wie die Bitkom-Zahlen zeigen, ziemlich daneben gelegen haben.

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