Facebook-Rotation | | von Annette Mattgey

Von Hornstein: "Wer sich beschwert, muss als nächstes ran"

„Besser machen“, lautet der Kommentar von Serviceplan -Geschäftsführer Florian von Hornstein, wenn sich eine der Units über den hauseigenen Facebook-Auftritt ärgert. Dazu lässt die Geschäftsführung der Werbeagentur den einzelnen Firmen freie Hand. Monatlich rotiert die Verantwortlichkeit für den Facebook-Account und seine mehr als 4000 Fans. Im LEAD digital-Interview erzählt von Hornstein, was ihn in den ersten Wochen des Projekts am meisten überrascht hat.

Sie haben auf Ihrer Facebook-Seite die Serviceplan Facebook-Wochen ausgerufen. Was verbirgt sich hinter dem Projekt?

Unser Facebook Auftritt wird von der Unternehmenskommunikation geleitet und ist bis zum jetzigen Zeitpunkt im Grunde eine Verlängerung der Themen in die Social Media-Kanäle. Unsere Idee mit dem Aufruf an alle Agenturen soll nun dazu führen, dass wir neue und andere, also kreative Inhalte und Ideen aus den einzelnen Agenturen bekommen – und die Agenturen sich dort jeweils für einen Monat beteiligen dürfen. Also lautet die Devise „Lass es uns gemeinsam tun.“ Die Zuständigkeit für den Facebook-Account wechselt monatlich zwischen verschiedenen Serviceplan Agenturen. Der jeweilige Geschäftsführer ist persönlich verantwortlich. Wenn alle mitmachen, haben wir damit tolle und individuelle Inhalte für die nächsten drei Jahre.

Die Social Media Kanäle bieten außerdem die Möglichkeit, Ex-Mitarbeiter an uns zu binden, sie weiter zu informieren, was bei uns passiert. Manche wechseln, verlassen uns und vielleicht bieten wir so die Möglichkeit, später einmal wiederzukommen. Das Web leistet dazu seinen Beitrag. Es erinnert sie an gute Momente, die sie in der Agentur hatten.

Wie wirkt sich diese Chance auf das Verhältnis der Firmen untereinander aus?

Ich habe festgestellt, dass es mehr bedeutet, als ich dachte. Zuerst dachte ich, das sei alleine nach außen gerichtet. Aber die einzelnen Agenturen bei uns achten sehr aufeinander und kommentieren rege. Besonders auch über unser Instrument „Der direkte Draht“. Hier lassen sich im Intranet anonym Nachrichten an den Vorstand schicken, die wir einmal pro Woche durchgehen und dann öffentlich antworten. Zum Thema Facebook erreichten uns erstaunliche viele Meldungen. Welche Aktionen wir fortsetzen sollten oder lieber nicht? Das ist ein sehr positives Zeichen. Andererseits sagen wir dann schon mal: Wenn Du Dich beschwerst, bist Du der nächste, der es macht.

Wie sahen die ersten Wochen unter der neuen Regie aus?

Wir haben bereits zuständige Agenturen bis Ende des Jahres, die jeweils einen Monat unsere Facebook-Site neben der Unternehmenskommunikation bespielen. Jede Agentur bereitet dazu einen eigenen Redaktionsplan vor mit einer ganz persönlichen Idee, die innerhalb der Agentur entwickelt wird. Im ersten Monat war es Serviceplan PR, die sich neben der Unternehmenskommunikation um den Facebook-Auftritt gekümmert hat. Dabei haben sie viele interne Themen aus dem Haus der Kommunikation spielerisch dargestellt. Es ging darum, einmal hinter die Kulissen zu schauen, in der Cafete, beim Hausmeister oder auch beim Empfang. Das kam dann sehr gut bei der Community an.

Mehr Fans ist nicht das Ziel, sondern kontinuierliche Relevanz. Dass es zunehmend von unseren Mitarbeitern genutzt wird, aber auch Dritte mehr über die Agentur, über Internes erfahren, etwa After-Work-Veranstaltungen, Fortbildungsmaßnahmen und eben den ganz besonderen Serviceplan-Spirit.

Von Hornstein: "Wer sich beschwert, muss als nächstes ran"

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