Towers Watson | | von Annette Mattgey

Unternehmen machen Geld für HR-Technologien locker

Knapp ein Drittel (31 Prozent) aller Unternehmen weltweit planen ihre Investitionen in HR-Technologien im kommenden Jahr zu erhöhen. Das ergab die aktuelle HR Service-Delivery-Studie von Towers Watson. Immerhin mehr als die Hälfte (53 Prozent) der befragten Unternehmen wollen ihre Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr konstant halten. Nur 16 Prozent sind bestrebt, ihre Budgets für HR-Technologien zu kürzen. „Die diesjährigen Ergebnisse sind in vielerlei Hinsicht überraschend“, so Martin Wolff (Bild), Leiter HR Strategy & Organization bei Towers Watson Deutschland. „Trotz des unübersehbaren Kostendrucks der letzten Jahre wurde in vielen Unternehmen entschieden, Investitionen nicht weiter aufzuschieben. Die Verantwortlichen haben erkannt, dass die Leistungen der Personalabteilungen angepasst werden müssen, um mit den wirtschaftlichen Notwendigkeiten Schritt halten zu können.“

 

Die Studie, für die HR- und HR-IT-Verantwortliche aus 628 Unternehmen befragt wurden, zeigt, dass viele Unternehmen (44 Prozent) in den kommenden Jahren die Struktur ihrer HR-Abteilungen überarbeiten wollen. Knapp zwei Drittel begründen dies mit dem Wunsch nach mehr Eiffizienz. Etwa die Hälfe will Synergien ausnutzen und die Qualität verbessern.

Unter den geplanten Maßnahmen steht die Zentralisierung der HR-Funktionen ganz oben auf der Liste: 39 Prozent der Unternehmen wollen zunächst hier ansetzen. Fast ein Drittel (31 Prozent) hat vor, die Zahl der bestehenden bereichsübergreifenden Shared Services zu erhöhen. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) beabsichtigt darüber hinaus, HR-Funktionen komplett auszulagern.  Europäische Unternehmen zielen dabei besonders darauf ab, die Kapazitäten von Talent- und Performance-Management-Software, Weiterbildungsprogrammen und Vergütungssystemen zu erhöhen.

„Interessanterweise beobachten wir eine signifikante Verlagerung von Technologieausgaben in Richtung Software-as-a-Service (SaaS)“, führt HR-Experte Wolff weiter aus. „Mehr als ein Drittel der Unternehmen, die im kommenden Jahr Investitionen in  Technologie planen, favorisieren externe IT-Infrastrukturen. Noch vor zwei Jahren hat sich nur jedes zehnte Unternehmen dafür interessiert. Die Marktkonsolidierung und große Fortschritte in Sachen Zuverlässigkeit, Datensicherheit und Usability haben aus SaaS-Systemen eine attraktive Option für viele Unternehmen gemacht.“

Unter den HR-Portalen liegt Microsofts SharePoint vorne:


„Wir beobachten, dass sich immer mehr Unternehmen auf große Investitionen in die Neuaufstellung des HR-Managements vorbereiten – ganze 75 Prozent mehr als im letzten Jahr“, so Towers-Watson-Experte Wolff. „Hierbei handelt es sich meist um umfassende Change-Projekte, die viel Planung erfordern und daher sehr ernst genommen werden. Nach der Unsicherheit und den Sparmaßnahmen der letzten Jahre wächst in vielen Organisationen das Bewusstsein, dass HR-Strukturen erneuert werden müssen, um sich an die Unternehmensstrukturen anzupassen, die sich in den vergangenen Jahren ebenfalls tiefgreifend verändert haben. Dies gilt auch für Deutschland, das bisher von der Krise eher verschont wurde.“

Die gesamte Studie lässt sich auf der Website via Download ansehen. Für die HR Service-Delivery-Studie wurden HR- und HR-IT-Verantwortliche aus 628 Unternehmen weltweit zu Trends und Einflussfaktoren ihrer Arbeit im letzten Jahr befragt. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Teilnehmer stammt aus Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern. Die Studie erscheint jährlich und wurde 2012 bereits zum fünfzehnten Mal in Folge durchgeführt.

Unternehmen machen Geld für HR-Technologien locker

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht