Henrik-Jan van der Pol, Mitgründer und CEO von Perdoo.
Henrik-Jan van der Pol, Mitgründer und CEO von Perdoo. © Foto:Perdoo

Goal Management Software | | von Annette Mattgey

Transparente Ziele für alle: Damit motivieren Sie nicht nur Millennials

Viele Unternehmen arbeiten mit Zielvorgaben, allerdings ist es nicht einfach, diese einvernehmlich auszuhandeln, festzuhalten und zu überprüfen. Dabei will die Goal Management Software Perdoo (www.perdoo.com) helfen. "Strategische und taktische Ziele mit der täglichen Arbeit der Mitarbeiter zu verbinden, hat sich als massiver Beschleuniger für alle Unternehmensbereiche herausgestellt", schildert Henrik-Jan van der Pol, Mitgründer und CEO von Perdoo, die Vorteile. Unternehmen wie Airbnb und Sartorius arbeiten bereits mit dem Tool, das jetzt in einer aktualisierten Version auf den Markt kommt.

Wie würdest Du Perdoo jemandem erklären, der davon noch nie gehört hat?

Was wir machen, ist einfach zusammengefasst: Wir helfen Organisationen und Teams beim Setzen, Tracken und Erreichen von Zielen. Ziele sind ein zentraler Bestandteil jedes Vorhabens, denn sie drücken Ambitionen aus und definieren, was Erfolg bedeutet. Mit unserer Software kann sich jeder auf die wichtigsten Dinge fokussieren, das große Ganze im Blick behalten und sehen, wie die Arbeit jedes Einzelnen einem gemeinsamen Zweck dient.

Euer Tool basiert auf OKR. Was steckt dahinter und wie verbreitet ist es in deutschen Unternehmen?

OKR steht für "Objectives and Key Results". Es handelt sich dabei um eine Management-Methode, die bei Intel entstanden ist und durch Google bekannt wurde. Ziel ist es, messbare Unternehmens- und Team-Ziele miteinander zu verbinden, transparent zu machen und Mitarbeiter mit vollem Fokus in die richtige Richtung zu leiten. Inspiriert durch Googles Erfolg mit der Methode verbreitete sie sich zunächst im Silicon Valley bei Firmen wie Linkedin, Twitter und Zynga. Heutzutage setzen Unternehmen weltweit auf OKR.

Deutschland hängt da noch ein wenig hinterher. Es gibt hierzulande aber bereits einige bekannte OKR-Anhänger wie Zalando oder Mymuesli und sogar Berater, die sich auf die erfolgreiche Einführung in Unternehmen spezialisiert haben. Wir wollen OKR aus dem Versuchsstadium holen und zum deutschen Standard für Zielmanagement im Unternehmen machen – und das nicht nur in Startups.

Mehr Transparenz oder mehr Druck? Wie reagieren die Mitarbeiter auf OKR?

Bei OKR geht es nicht darum, die Leistung einzelner Mitarbeiter zu überwachen und zu bewerten, sondern ihnen dabei zu helfen, das Unternehmen voranzubringen. Deshalb raten wir auch davon ab, den Fortschritt an OKRs an Bonuszahlungen zu knüpfen. In den letzten zwei Jahren haben wir sowohl Geschäftsführer als auch Angestellte zu ihrer OKR-Nutzung befragt: Bei korrekter Umsetzung der OKR-Methode wurde in keinem einzigen Fall von erhöhtem Druck berichtet. Sogar das Gegenteil tritt häufig ein. Laut einer Gallup-Studie weiß nur etwa die Hälfte der Mitarbeiter, was von ihnen erwartet wird. Transparenz von Zielen führt zu mehr Klarheit und verrät jedem Mitarbeiter, wo er steht.

Wie überzeugst Du Skeptiker?

Geschwindigkeit und operationelle Exzellenz sind heutzutage absolut notwendig, um als Unternehmen bestehen zu können. OKR liefert beide Voraussetzungen, indem es eine fokussierte, transparente, optimal ausgerichtete und motivierende Umgebung schafft. Ein Blick auf die Entwicklung von Mitarbeiterbedürfnissen untermauert die Notwendigkeit: "Millennials" werden 2025 drei Viertel der Arbeitskräfte ausmachen und sind für ihre Forderungen nach Transparenz und sinnvoller Arbeit bekannt. Wer das alles vernachlässigt, wird seine Entscheidung früher oder später bereuen.

Gibt es schon einen deutschen Business Case, von dem Du uns erzählen könntest?

Einer gutes Beispiel ist Tradedoubler. Tradedoubler ist ein Performance-Marketing-Unternehmen mit Standorten in neun europäischen Städten, darunter München und Stockholm. Das Unternehmen ist kürzlich mit 280 Nutzern von der alten zur neuen Version von Perdoo gewechselt. Tradedoubler setzt sich konstant hohe Ziele für die Erweiterung des Service-Angebots und die Ergebnisse, die es seinen Kunden liefert.

Ehrgeizige und ergebnisorientierte Unternehmen wie Tradedoubler eignen sich perfekt für Perdoo und die OKR-Methode. Wir helfen ihnen dabei, mit den eigenen Ergebnissen auf Kurs zu bleiben, Ziele über die verschiedenen Standorte hinweg aufeinander abzustimmen und noch schneller voranzukommen. Weitere Beispiele für deutsche Unternehmen in unserem Kundenstamm sind  Sartorius, ein internationaler Pharma- und Laborzulieferer und Coliquio, Deutschlands größtes Ärztenetzwerk.

Wie unterscheidet sich die neue Version von der alten?

Die alte Version von Perdoo war beliebt für ihre einfache und intuitive Benutzeroberfläche sowie einen klaren Fokus auf das OKR-Management. Diesen Kurs haben wir beibehalten und mit modernster Technik und schönerem Design auf ein neues Level gebracht. Die neue Plattform ist deutlich besser dafür ausgerüstet, in die tägliche Arbeit integriert zu werden: Mitarbeiter können nun "Actions" – Projekte oder andere Initiativen – hinzufügen, was eine starke Verknüpfung von Strategie und Umsetzung zur Folge hat. Bald können Unternehmen auch all ihre Tracking-, Analytics- und Projektmanagement-Tools in Perdoo integrieren. Außerdem haben wir viel Energie darin investiert, eine selbsterklärende Umgebung zu schaffen, mit der Nutzer schnell selbst zu OKR-Profis werden. So gibt es jetzt zum Beispiel einen OKR-Wizard, mit dem Nutzer Schritt für Schritt durch die Erstellung eines OKRs geleitet werden und währenddessen sogar über dessen Qualität informiert werden.

Wo geht Deiner Meinung nach die Reise hin beim Thema Arbeiten 4.0?

Unternehmen realisieren langsam, dass Innovation nicht nur von der Führungsspitze ausgehen darf. Stattdessen wird sie zum festen Bestandteil der Unternehmenskultur, die jeden einzelnen Mitarbeiter dazu anregt, neue und kreative Wege der Problemlösung zu finden. Dabei ist vor allem die Fähigkeit gefragt, Daten richtig zu interpretieren und auf Grundlage dessen gute Entscheidungen zu treffen.

Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource für Unternehmen und gleichzeitig die mit dem größten brachliegenden Potenzial. Eine der wichtigsten Währungen am Arbeitsmarkt und neben Innovationskraft ein essentieller Erfolgsfaktor ist sinnvolle Arbeit. Das Gefühl, mit der eigenen Arbeit einen wichtigen Beitrag zu etwas Größerem zu leisten, ist für viele junge Menschen bereits wichtiger als das Gehalt. Außerdem hat dieses Bewusstsein einen enormen positiven Einfluss auf die Produktivität, was für viele Unternehmen den Unterschied im Wettbewerb machen wird. Dafür ist natürlich Transparenz und Kollaboration erforderlich und genau da setzen wir mit unserem Produkt an.

Transparente Ziele für alle: Damit motivieren Sie nicht nur Millennials

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!