Home-Office | | von Anja Janotta

Studie: Deutsche Chefs misstrauen mobilen Mitarbeitern

Yahoo ist das beste Beispiel: CEO Marissa Mayer hat die Home-Office-Regeln in ihrer Firma streng verschärft. Sie ließ sogar die Mitarbeiter zu Hause kontrollieren und beorderte sie schlussendlich zurück ins Büro. Auch die deutschen Arbeitgeber sind misstrauisch: Zwar ist die Hälfte (48 Prozent) aller Berufstätigen in Deutschland bereits mobil im Einsatz. Aber die Führungskräfte sind eher skeptisch. Nur 36 Prozent glauben, dass sich die mobilen Mitarbeiter auch gut managen lassen. Das sind die Ergebnisse einer Studie von Regus, einem Anbieter von flexiblen Arbeitsplätzen.

Die deutschen Personalchefs sind wohl ganz besonders misstrauisch. Sie misstrauen deutlich mehr als jene in anderen Ländern. Weltweit ist über die Hälfte (55 Prozent) der mehr als 26.000 Umfrageteilnehmer der Meinung, dass das Management mobiler Mitarbeiter möglich ist. Ein Grund für die Bedenken der Deutschen könnte sein, dass es an Schulungen zur Führung mobiler Mitarbeiter und an entsprechenden Management-Technologien mangelt, so die Autoren. Auch die Nachbarländer Belgien und Niederlande sind skeptisch gegenüber dem so genannten Remote Management: Weniger als 40 Prozent glauben, dass sich Angestellte aus der Ferne problemlos führen lassen, in Frankreich hingegen glauben das 62 Prozent.

"Von flexiblem Arbeiten profitieren alle Beteiligten", sagt Michael Barth, Deutschland-Chef von Regus. "Die Firmen, mit denen wir sprechen, bestätigen, dass Vertrauen und Freiheit dabei eine wichtige Rolle spielen. Gelingt dieser Balanceakt, liegen die Vorteile auf der Hand: Unternehmen profitieren von einer größeren Produktivität, einer verbesserten Mitarbeiterbindung und niedrigeren Betriebskosten."

Weitere Ergebnisse für Deutschland: Derzeit nutzen erst 15 Prozent der deutschen Firmen spezielle Reporting Systeme, um die Produktivität ihrer Angestellten zu prüfen (weltweit sind es 37 Prozent). Nur 28 Prozent der deutschen Führungskräfte nutzen Videotelefonie, um mit ihren Mitarbeitern zu kommunizieren (weltweit sind es 43 Prozent). Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der deutschen Personalverantwortlichen machen sich Sorgen, wie ihre mobilen Angestellten die Zeit nutzen (weltweit sind es 54 Prozent).

Studie: Deutsche Chefs misstrauen mobilen Mitarbeitern

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