Recruiting | | von Annette Mattgey

Stellenanzeigen verzichten auf Facebook- und Twitter-Erwähnung

Obwohl Social Recruiting nach wie vor zu den Trendthemen der Mitarbeitergewinnung gehört, nimmt die Integration von sozialen Medien in Stellenanzeigen ab. Eine Untersuchung von Personal Total auf Basis von AnzeigenDaten.de zeigt nach einem deutlichen Anstieg im vergangenen Jahr eine rückläufige Entwicklung im ersten Halbjahr 2013. Verwiesen 2012 noch 7,3 Prozent der Stellenanzeigen auf eine Facebook-Seite, waren es in diesem Jahr bisher nur 4,7 Prozent. Auch bei der Integration von Twitter ist ein erheblicher Rückgang zu beobachten. Ausgewertet wurden rund 4,3 Millionen Stellenanzeigen aus 158 deutschen Printmedien und Online-Jobbörsen sowie zahlreichen Firmenwebsites.

Die Entwicklung verlief in den vergangenen Jahren recht schwankend: Während 2011 Facebook bevorzugt erwähnt wurde, holte Twitter 2012 stark auf. So stieg der Anteil der Jobangebote, in denen auf einen Twitter-Feed verwiesen wurde, von 2,5 Prozent 2011 auf 8,2 Prozent 2012. Im ersten Halbjahr 2013 wurde allerdings nur ein Anteil von rund fünf Prozent erreicht.
 
„Es scheint als ob eine gewisse Ernüchterung bei der Nutzung von sozialen Netzwerken in Recruiting und Personalmarketing eingetreten ist. Ein erfolgreicher Einsatz der sozialen Medien setzt voraus, dass entsprechende Konzepte entwickelt werden und eine systematische Verzahnung mit anderen Maßnahmen erfolgt. Dies ist zeitintensiv und erfordert Ausdauer. Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sind hierfür kaum Ressourcen vorhanden“, erläutert Personal Total-Vorstand Armin Betz.

Profinetzwerke Xing und Kununu wenig genutzt

Für das Jahr 2012 wurde zusätzlich der Anteil der Stellenanzeigen untersucht, in denen sich ein Hinweis auf das Business-Netzwerk Xing oder die Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu findet. Mit einem Anteil von 1,2 Prozent spielt Xing derzeit in Stellenanzeigen kaum eine Rolle. Verweise auf Kununu sind nur vereinzelt zu finden. Die Möglichkeiten, die die Bewertungsplattform im Employer Branding bietet, werden damit bei Stellenanzeigen kaum genutzt. Eine Verlinkung mit Xing und Kununu in Stellenanzeigen kann Transparenz und Authentizität der Unternehmen erhöhen.

Armin Betz rät deshalb: „Social Media sollte nach unserer Erfahrung ein Baustein einer übergreifenden Recruiting-Strategie sein und zur zielgruppengerechten Ansprache genutzt werden. Ergänzend zu Facebook und Co. sind vor allem transparente und authentische Unternehmensdarstellungen in den Business-Netzwerken sinnvoll, um einen seriösen Einblick in Arbeitsatmosphäre und Firmenkultur zu geben.“

Stellenanzeigen verzichten auf Facebook- und Twitter-Erwähnung

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