KPMG | | von Annette Mattgey

Start-ups wollen Arbeitsplätze schaffen

Start-ups geben wichtige und messbare Impulse für das Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum, besagt eine aktuelle KPMG-Studie. In den kommenden zwölf Monaten wollen sie ihr Personal durchschnittlich um 50 Prozent aufstocken, das entspricht im Schnitt zehn neuen Mitarbeitern. Die große Mehrheit der Gründer (71,6 Prozent) geht davon aus, selbst dauerhaft im Unternehmen zu bleiben. Das teilte der Bundesverband Deutsche Start-ups in Berlin mit. Gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft KPMG hatte der Verband unter 900 Gründerinnen und Gründern den Stand der Start-up-Szene erfragt.

Der Start-up-Monitor mache eines klar, sagte Florian Nöll, Vorstandsvorsitzender des Verbands: "Start-ups spielen für Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft eine zunehmend wichtige Rolle." Das gilt insbesondere für Berlin, wo sich der Großteil der Start-ups - 39 Prozent - angesiedelt hat. Danach folgen die Region Rhein-Ruhr und München mit jeweils acht Prozent sowie Hamburg mit sieben Prozent.

Im Schnitt haben knapp die Hälfte der Start-ups im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von mehr als 250.000 Euro erzielt. Berlin beherbergt davon die umsatzstärksten Firmen, die auf einen Jahresumsatz von über zehn Millionen Euro kommen. Die untersuchten Start-ups seien allesamt innovativ und wachsen schneller als andere Unternehmen, sagte Frank Wiethoffvon KPMG. Dabei gehe es nicht immer nur um neue Technologien, viele der Unternehmensgründer verfolgten einfach ein innovatives Geschäftsmodell. Dazu erklärt Prof. Dr Sven Ripsas, HWR Berlin: „Der Lebenszyklus von Geschäftsmodellen hat sich rasant verkürzt. Von daher ist die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle eine wesentliche Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.“

Bei den Gründern handele es sich überwiegend um sehr gebildete Leute, über 81 Prozent hätten einen Hochschulabschluss. Das Durchschnittsalter liegt demnach bei 34,9 Jahren. Der Anteil der Frauen ist mit zehn Prozent aber sehr gering.

Die Bedeutung der Start-ups für die deutsche Wirtschaft werde mehr und mehr auch von der Politik gesehen, sagte Florian Nöll, Vorsitzender des Verbandes. Es sei bereits eine leichte Trendwende erkennbar. "Wir haben aber vielleicht kein Erkenntnisproblem, sondern eher ein Umsetzungsproblem."  Laut Monitor benötigen die Start-ups in Deutschland in den nächsten zwölf Monaten ein Wachstumskapital von mindestens 650 Millionen Euro.

Den Zugang zu Wagniskapitalgebern sehen allerdings 38 Prozent der Befragten als "schweres" oder "äußerst schweres Hemmnis" an. Nöll zufolge kommt der überwiegende Teil des Kapitals aus dem Ausland, insbesondere aus den USA. Langsam merkten aber auch die Dax-Unternehmen, dass sie bei der schnellen Innovationskraft der Start-ups Gefahr laufen könnten, hintenan zu stehen, sagte Wiethoff. "Finanzierungsengpässe und mangelndes Vertrauen in mutige junge Entrepreneure behindern nicht nur die Verbreitung innovativer Geschäftsmodelle und Technologien, sondern damit auch die Schaffung von Wohlstand und Arbeitsplätzen", sagte Wiethoff.

(dpa/am)

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