Studie | | von Annette Mattgey

Social Media Recruiting: Kaum Budget und zu wenig Zeit

Jobportale sind sehr beliebte Recruiting-Werkzeuge, Social Media als Kanal für Employer Branding und die direkte Kandidaten-Ansprache steht dagegen weiter hinten in der Rangfolge. Das zeigt die aktuelle Social Media Recruiting-Studie 2014, die Personaler via Online-Umfrage kontaktiert hat. 88 Prozent der Befragten setzen auf Jobportale, knapp dahinter rangiert die Firmen-Karrierewebseite mit 82,2 Prozent. Job- und Karriere-Messen werden in gleichem Maße eingesetzt wie Printmedien, um geeignete Kandidaten zu finden.

Active Sourcing via Social Media ist für 46 Prozent ein wichtiges Thema, Employer Branding spielt für 42 Prozent eine Rolle. Bei der Erfolgsmessung klaffen jedoch noch Lücken. Zwei Drittel werten lediglich manuell aus, wie die Bewerber auf sie aufmerksam wurden. 16 Prozent haben gar kein Interesse daran zu erfahren, über welchen Kanal die Kandidaten kommen. 28,6 Prozent gelang es, zwischen ein und fünf Stellen mithilfe von Social Media zu besetzen. Bei einem Drittel ist die Bilanz gleich null.

Das am intensivsten eingesetzte Netzwerk ist Xing, wobei hier das Firmenprofil am häufigsten genannt wird: knapp 60 Prozent nutzen es gelegentlich oder regelmäßig. Eine sehr hohe Nutzung und Bedeutung wird ebenfalls dem Intranet zugeschrieben: Hier sind es beinahe 53 Prozent für regelmäßige und gelegentliche Einsätze. Alle anderen Netzwerke werden so gut wie gar nicht genutzt.

Die teils geringe Wertschätzung offenbart auch noch eine weitere Zahl: Für Social Recruiting nehmen sich die Personaler recht wenig Zeit: 36 Prozent der Befragten veranschlagen rund eine Stunde pro Woche; 39 Prozent verbringen zwischen 5 Stunden (21 Prozent ) und 40 Stunden (zwei Prozent ) für diese Tätigkeit.

Auch beim Geld wird geknausert: in 57 Prozent der Fälle steht kein Budget für Social Recruiting zur Verfügung. Im Vergleich zur letzten erhebung im Sommer 2012 fällt auf, dass vor allem die größeren Budgets zwischen zehn- und zwanzigtausend Euro geschrumpft sind.

Mobile Recruiting wird sich auch dieses Jahr nicht durchsetzen. Während dieses Thema einerseits von vielen Experten als wichtig eingestuft wird, planen nur noch 26 Prozent, ihre Karriereseiten für mobile Endgeräte zu optimieren. Der Prozentsatz der bereits optimierten Seiten stagniert bei ca. 30 Prozent.

Ob Linkedin, Kununu oder Facebook: Die Darstellungs- und Werbemöglichkeiten werden von einem Großteil (70 bis 80 Prozent) ignoriert. Die genauen Daten finden sich in der kompletten Studie von Autorin Eva Zils, die von der Online-Jobbörse stellenanzeigen.de sowie der Agentur  Königsteiner unterstützt wurde. Eva Zils berät Unternehmen bei der  Konzeption ihrer (internationalen) Online HR-Kommunikation. und betreibt den HR-Blog www.online-recruiting.net.

Social Media Recruiting: Kaum Budget und zu wenig Zeit

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