Eye Tracking-Studie | | von Annette Mattgey

So gestalten Sie Stellenanzeigen userfreundlich

Wie kann man ein Maschinenbau- mit einem Pharma-Unternehmen verwechseln? Wenn die Stellenanzeige wenig aussagekräftige Bilder verwendet. Das ist eine der Erkenntnisse der Eyetracking-Studie, die die Jobbörse Jobware durchgeführt hat. Die Untersuchung gibt Hinweise, wie Online-Stellenanzeigen wahrgenommen werden und welche Elemente am besten wo platziert sein sollten. Dazu ließen die Forscher die mehr als 30 Probanden rund 45 Minuten mit den verschiedenen Stellenanzeigen alleine. Dabei wurden sie beobachtet, ihre Äußerungen aufgenommen und daneben wurden sie befragt. Bei den Stellenanzeigen war Jobware die Auswahl sehr wichtig: Einspaltige Anzeigen und zweispaltige Anzeigen, Aufzählungen und Fließtext, Unterschiede in der Platzierung des Logos und des Bildes wurden berücksichtigt.

Schon die ersten Sekunden entscheiden, ob der Inhalt richtig erfasst wird. Hier sucht der Leser nach dem Titel der Stellenanzeige, der Branche und den Produkten des Unternehmens, den Aufgaben und den Anforderungen. Stellenanzeigen, in denen diese Informationen schnell zu finden waren, wurden vom Leser deutlich zutreffender erfasst als Stellenanzeigen, wo diese Informationen erst gesucht werden mussten oder außerhalb des zunächst sichtbaren Bereichs verborgen waren.

Das Logo sollte am oberen Rand platziert sein, die Kontaktperson eher am Fuß. Bilder machen sich zwar gut, helfen aber nur dann, wenn sie spezifisch mit dem Unternehmen zu tun haben. Allgemeine Bilder oder Gesichter werden schon mal verwechselt. Auch bei der Platzierung lässt sich einiges falsch machen. Wer Bilder und Text zu nahe nebeneinander stellt, riskiert, dass die wichtigen Informationen nicht aufgenommen werden, weil der Blick vom Bild abgelenkt ist. Viele Probanden waren nach dem Lesen derart gestalteter Stellenanzeigen nicht in der Lage, diese Informationen zutreffend wiederzugeben. Jobware empfiehlt eine strikte Trennung von Text und Bild, das am besten die gesamte Breite der Online-Stellenanzeige einnehmen sollte.

Naturwissenschaftler lesen anders

Wie auch bei anderen Untersuchungen kam die Studie zu dem Schluss, dass Aufzählungen nicht mehr als fünf Punkte enthalten sollten. Wer das Querlesen erleichtern will, sollte zudem die wichtigsten Punkte z.B. mit Fettungen hervorheben. Das ist gerade für Ingenieure und Naturwissenschaftler wichtig. Sie springen eher von Stichwort zu Stichwort, während sich BWLer und Geisteswissenschaftler auch von längeren Textpassagen nicht abschrecken lassen. Daher sollten Unternehmen ihre Stellenanzeigen an das Leseverhalten ihrer Zielgruppe anpassen. Ungeeignet für die Beurteilung von Stellenanzeigen sind übrigens Personaler. Sie sind so geübt, dass sie trotz Schwächen in der Darstellung alle relevanten Informationen binnen zehn Sekunden erfassen.

Wer seine Stellenanzeigen keiner detaillierten Untersuchung unterziehen will, dem rät Jobware folgende Punkte bei der Gestaltung der Anzeige zu beachten:

• Positionierung des Logos im Kopf der Anzeige

• Deutliche Hervorhebung des Titels

• Platzierung der Bilder ober- oder unterhalb des Titels

• Zweispaltiger Aufbau, Anforderungen neben Aufgaben

• Bilder sollten Informationen liefern

Hier einige positive Beispiele: 

So gestalten Sie Stellenanzeigen userfreundlich

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