Muss ich wirklich abschalten, um gesund zu bleiben? Der TÜV Rheinland sagt ja und nein.
Muss ich wirklich abschalten, um gesund zu bleiben? Der TÜV Rheinland sagt ja und nein. © Foto:Bernhard Huber

4 Tipps vom TÜV | | von Lisa Geiger

So geht Internet ohne Burnout

Der richtige Umgang mit digitalen Medien - da steckt schon so viel erhobener Zeigefinger drin, das man eigentlich nicht mehr weiterlesen möchte. Und dann noch der TÜV Rheinland ... Was so oberlehrerhaft daher kommt, ist aber vielleicht tatsächlich eine Lösung für privat wie beruflich Gestresste, auch wenn das vermutlich weder Agenturchefs noch ehrgeizige Angestellte hören wollen.

TÜV-Tipp Nr. 1: Selbstdisziplin

Noch so ein schlimmes Wort. Aber wenn man bedenkt, wie häufig der Blick am Tag privat wie beruflich auf das Smartphone-Display wandert, verwundert es kaum, dass Konzentration und Arbeitsqualität leiden. Vielleicht würde es ja helfen, sich in den Pausen mit Whatsapp und Facebook zu belohnen und zwischendurch das Handy in der Tasche verschwinden zu lassen?

TÜV-Tipp Nr. 2: Nichterreichbarkeit

Also doch die gute alte Abschalt-Rhetorik? Nicht ganz: Iris Dohmen, Betriebspsychologin beim TÜV Rheinland, spricht von "bewussten Zeiten der Nichterreichbarkeit". Das sei ein intelligenter Umgang mit dem Smartphone: Phasenweise erreichbar sein, dann entspannen.

TÜV-Tipp Nr. 3: Klare Anweisungen vom Chef

Als wichtige Grundlage für die Nicht-erreichbar-Phasen seien klare Vereinbarungen zum Umgang mit den digitalen Medien. Die Unternehmensleitung müsse ihren Mitarbeitern eindeutig kommunizieren, welche Erreichbarkeit erwartet wird und mit möglichst gutem Beispiel voran gehen. "Führungskräfte sollten Mitarbeiter ansprechen, die immer wieder durch ständige Verfügbarkeit auffallen und sie darin bestärken, sich Erholungszeiten zu gönnen", empfiehlt Dohmen. Aber wie diese Erholungsphasen verteilt würden, hänge schon vom typischen Arbeitsaufkommen ab. So sei es auch nicht gut, das Bearbeiten von Mails spät am Abend generell zu untersagen, wenn das von Mitarbeitern in internationalen Teams als Belastung empfunden wird.

TÜV-Tipp Nr. 4: Abschalten

Jetzt also doch. Der TÜV Rheinland empfiehlt klar Auszeiten, in denen das Handy aus bleibt. Zumindest in so weit, dass sich Anspannung und Entspannung langfristig ausgleichen. Damit das funktioniere, müssten die Mitarbeiter selbst die Verantwortung für ihre Mediennutzung übernehmen. Daher seien auch in der Beziehung oder in der Familie Spielregeln für die Mediennutzung sinnvoll. "Teilnehmer in unseren Seminaren berichten, dass sie sich selbst überlisten, indem sie freitags oder vor dem Urlaub ihr Smartphone im Schreibtisch einschließen. Diese digitale Abstinenz wird als sehr entspannend empfunden", erklärt Dohmen.

Am Ende ist es mit der gesunden Mediennutzung so wie mit dem Essen: Um gesund zu bleiben, muss wohl alles einigermaßen im Rahmen bleiben.

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