Big Data gehören zum digitalen Wandel ebenso wie eine neu Führungskultur. SAP hat das untersucht.
Big Data gehören zum digitalen Wandel ebenso wie eine neu Führungskultur. SAP hat das untersucht. © Foto: SAP AG/Reto Klar - Data Center von SAP in St. Leon-Rot

SAP-Studie zu Digitalisierung und Führungsstil | | von W&V Redaktion

So führen "Digital Winners"

Die Studie "Leaders 2020" von Softwareanbieter SAP untersuchte Praktiken umsatzstarker Unternehmen, mit denen europäische Firmen in der digitalen Wirtschaft besonders erfolgreich sein können. Die gute Nachricht für Sie: Deutsche Firmen beschäftigen sich intensiv mit dem digitalen Wandel. Deutschland (41 Prozent) und Spanien (22 Prozent) lagen über dem globalen Durchschnitt von 16 Prozent, gefolgt von Frankreich (15 Prozent), Russland (3 Prozent) und Großbritannien (1 Prozent).

Und das wirkt sich, so SAP, auf den Führungsstil aus. Für "Digital Winners" sind folgende Stile charakteristisch - und die variieren von Land zu Land erheblich:

Vielfalt und Inklusion leben

Weltweit zeichne digitale Vorreiter "eine größere Vielfalt im mittleren Management und ein höherer Frauenanteil in der Belegschaft" aus, schreibt SAP. Hier hätten viele europäische Unternehmen Nachholbedarf. Wo es mit der Diversität schon gut klappt, seien die wirtschaftlich erfolgreichen Firmen mit höherem Management: "Im Durchschnitt berichteten 39 Prozent der internationalen Unternehmen von wirkungsvollen Programmen zur Förderung von Vielfalt. Im Gegensatz dazu sind es in Großbritannien 38 Prozent, in Deutschland 36 Prozent, in Frankreich 34 Prozent und in Spanien und Russland jeweils 32 Prozent."

Führungskräfte der Generation Y aufbauen

Lediglich Russland liegt beim Anteil von Millennials in Führungspositionen mit 31 Prozent über dem weltweiten Durchschnitt (17 Prozent). Firmen in Deutschland (16 Prozent), Spanien (6 Prozent), Großbritannien (5 Prozent) und Frankreich (1 Prozent) müssen dagegen die Generation Y noch besser integrieren, um den digitalen Wandel zu beschleunigen. Die übrigens bewertet die in ihrem Unternehmen vorhandenen Führungskompetenzen um 15 bis 23 Prozentpunkte schlechter als Nicht-Millennials.

Mitarbeiter einbinden und fördern

Laut der Studie sind Mitarbeiter in Unternehmen mit fortschrittlichem Führungsstil zufriedener und zeigen größeres Engagement. Außerdem suchen sie mit weniger Wahrscheinlichkeit eine neue Stelle. Großbritannien (91 Prozent) und Deutschland (87 Prozent) schneiden großteils zufriedenen oder sehr zufriedenen Mitarbeitern im weltweiten Vergleich der digitalen Vorreiter gut ab. Auch bei der Frage, ob Mitarbeiter das Unternehmen nicht verlassen würden, wenn man ihnen eine andere Stelle anbietet, liegen Großbritannien (80 Prozent) und Deutschland (77 Prozent) über dem globalen Durchschnitt.

Digitale Möglichkeiten für bessere Entscheidungen nutzen

Weltweit treffen digitale Vorreiterunternehmen 80 Prozent ihrer Entscheidungen auf der Grundlage von Daten. Bei allen Führungskräften sind dies nur 62 Prozent. Während sich einige europäische Länder wie Großbritannien (81 Prozent) und Spanien (65 Prozent) abheben, gibt die Mehrheit an, dass das Management zentrale digitale Kompetenzen entwickeln muss.

"Der digitale Wandel wirkt sich massiv auf Arbeit und Arbeitsverhältnisse aus", sagt Mike Ettling, President von SAP Success Factors. Die Studie zeige, dass viele Führungskräfte auf die Anforderungen noch nicht vorbereitet seien. Ettling: "Manager müssen sich besser auf ihre Belegschaft einstellen oder laufen sonst Gefahr, auf globaler Ebene ihre Spitzenposition einzubüßen."

Zur Studie

Im zweiten Quartal 2016 befragte Oxford Economics für SAP mehr als 2.050 Führungskräfte und 2.050 Mitarbeiter ohne Führungsfunktion in 21 Ländern und in verschiedenen Branchen. Zu den befragen Führungskräften gehörten sowohl Vorstandsmitglieder als auch ihnen direkt unterstellte Manager. Rund 48 Prozent der Daten stammen aus dieser Gruppe. Die Rollen der befragten Mitarbeiter reichen von Berufseinsteigern bis hin zu Geschäftsbereichsleitern. 

Für die Analyse wurden die Merkmale von Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und Spanien herangezogen, die in der digitalen Wirtschaft erfolgreich sind. Oxford Economics untersuchte Erfolgsfaktoren von umsatzstarken Firmen und ermittelte so eine Gruppe von Unternehmen, die von der digitalen Wirtschaft in besonderem Maße profitieren: die sogenannten "Digital Winners".

Die Ergebnisse der Studie "Leaders 2020" werden auf der Success Connect vom 28. bis 29. November in Wien vorgestellt.  

So führen "Digital Winners"

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