Meike Leopold | | von Meike Leopold

Situationselastisch? Ja, aber bitte mit Konzept!

"Situationselastisch" – diese Wortschöpfung stammt vom österreichischen Verteidigungsminister Gerald Klug. Er "erklärte damit das mögliche Fernbleiben von Kanzler und Vizekanzler bei künftigen Pressefoyers". Schnell entwickelte sich daraufhin "situationselastisch" zum geflügelten Wort und wurde somit in Österreich zum "Wort des Jahres" gewählt.

Da können wir mit unserem Wort des Jahres, "Lichtgrenze", wirklich nicht „mitstinken“. Denn "Lichtgrenze" dürfte wohl kaum jemand in seinen aktiven Wortschatz aufnehmen – "situationselastisch" dagegen schon. Als Verantwortliche für Social Media inklusive Corporate Blog bei Salesforce verwende zumindest ich es täglich:

"Können wir noch schnell einen Blogbeitrag zu unserem neuen E-Book bringen?", "Was sollen wir auf den Facebook-Kommentar von xy antworten?", "Wie reagieren wir am besten auf den aktuellen Beitrag auf dem Sowieso-Blog?" – Meine Antwort lautet da jetzt immer "situationselastisch" :-)

Alles im Blick mit Social Media Monitoring

Aber jetzt mal im Ernst: Wer mit Social Media beziehungsweise im Bereich digitale Kommunikation arbeitet, muss selbstverständlich oft situationselastisch reagieren – etwa auf Kommentare, die auf dem Unternehmensblog, Facebook, Twitter & Co. hereinkommen. Voraussetzung dafür ist, dass man stets bestens darüber informiert ist, was sich "da draußen im Netz" so tut – im Hinblick auf das eigene Unternehmen und auch die Mitbewerber. Das geht nur mit einem professionellen Social Media Monitoring. Die Vorteile: Schnelle Reaktion auf Anfragen sowie die Möglichkeit, proaktive Informationsangebote zu machen und aktuell gefragte Inhalte besser in den eigenen Content zu integrieren.

Bloggen mit Blick auf die Leser

Auch in punkto Corporate Blog ist Situationselastizität angesagt. Schließlich sind die Anforderungen an die Redaktion nicht nur komplex, sondern teilweise auch konträr: Einerseits soll hochwertiger Content für den Leser generiert werden, und das in hoher Frequenz. Andererseits gibt es jede Menge Marketingmaterialien, die sich theoretisch schnell aufs Blog schieben ließen. Aber: Damit verkommt das Blog zur Content-Müllhalde und die Leser werden verprellt. Um genau das zu vermeiden, ist ein solides Blogkonzept als Kompass für die inhaltliche Ausrichtung und Redaktionsplanung unverzichtbar.

Strategie als Fundament

Trotz aller Flexibilität, die man bei der (digitalen) Kommunikation an den Tag legen muss, gilt: immer auf Basis von Strategie und Konzept! Das "Big Picture" hilft, von Anfang an den richtigen Weg einzuschlagen und operative Hektik zu vermeiden – ein Rat, den ich auch in meinem aktuellen Buch "Erste Hilfe für Social Media Manager" gebe.

Also: Erst mal im Unternehmen recherchieren, umschauen, zuhören und dann die Strategie aufsetzen. Bei der Analyse helfen diese drei Leitfragen:

  • Welche Ziele verfolgt das Unternehmen – etwa in Sachen Umsatz, Produkt-Roadmap, Zukunftsvision, Mitarbeiterentwicklung & Co.?
  • Welche damit verbundenen Teilziele verfolgen die einzelnen Abteilungen?
  • Wie kann die digitale Kommunikation sinnvoll und nachweislich dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen?

Fazit: Je klarer das Ziel vor Augen liegt, desto "situationselastischer" lässt sich auf dem Weg dorthin agieren.

((Meta Description)) Social-Media-Verantwortliche müssen "situationselastisch" agieren, jedoch stets auf strategischem Fundament, meint Meike Leopold, Expertin für digitale Kommunikation.

Meike Leopold ist einer der "Digital Leader", eine feste Gruppe von Bloggern, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreitet. Mehr zur Autorin und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite.

Situationselastisch? Ja, aber bitte mit Konzept!

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