Selbstverwirklichung ist die wichtigste Triebfeder.
Selbstverwirklichung ist die wichtigste Triebfeder. © Foto:Odgers Berndtson

Manager-Studie | | von Anja Janotta

Selbstverwirklichung: 40 Prozent der Manager wollen wechseln

Die Manager in Deutschland wären am liebsten woanders. Sie haben eine hohe Wechselbereitschaft. 40 Prozent halten einen Wechsel innerhalb der kommenden 12 Monate für wahrscheinlich. Das ergab eine Umfrage unter 1.800 Managern der internationalen Personalberatung Odgers Berndtson. Immerhin noch 35,7 Prozent sind in der Wechselfrage unentschieden, nur ein Viertel schließt einen baldigen Jobwechsel aus.

Dabei sind die Chefs gar nicht mal besonders unzufrieden, es lockt vielmehr die Neugier und die Offenheit für neue Herausforderungen. 77 Prozent äußerten sich zufrieden mit ihrem jetzigen Aufgabenbereich. Davon sagten sogar 25 Prozent, sie seien "sehr zufrieden". Auch die Wechselwilligen sind immerhin noch zu 50 Prozent zufrieden. Offenbar planen sie in naher Zukunft einfach nur den nächsten Karriereschritt.
"Wechselbereite Führungskräfte sind selbstbewusst, hochqualifiziert und sprechen sich selbst das Potenzial für weiterführende Positionen
zu. Unternehmen sollten diese Potenzialträger durch interne Weiterentwicklung nutzen und sie damit langfristiger an sich binden", sagt Studienleiterin Gabriele Stahl, Partnerin bei der Personalberatung.

Bei Führungskräften aus den Bereichen Konsumgüter und Handel ist die Bereitschaft, die jetzige Position zu wechseln, mit 50 Prozent am höchsten. Auch Manager aus der Medizin- und Pharmabranche sind offen dafür, weiterführende Aufgaben zu übernehmen (45 Prozent). Für Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer (33 Prozent) sowie für Führungskräfte aus dem öffentlichen Sektor (29 Prozent) kommt ein Wechsel in den nächsten zwölf Monaten am wenigsten infrage.

Aber es steht nicht nur der Wille nach Macht und Einfluss im Vordergrund, sondern eher die Selbstverwirklichung. Das Motiv, die eigenen Begabungen und Talente wirkungsvoll einsetzen zu können, ist der größe Motivator für die Manager heutzutage. Erst dann folgen die Führungsaufgabe an sich und der Arbeitsinhalt.

In einem Bereich allerdings könnte sich nach ihrer Meinung sofort etwas ändern - an der Arbeitszeit. Im Schnitt sind sie 53,3 Stunden pro Woche am Arbeitsplatz, die Männer ein klein wenig mehr als die Frauen. Ideal wäre für die Befragten eine Wochenarbeitszeit von 45,9 Stunden - wobei die Frauen eher 43,1 Stunden arbeiten wollten, die Männer 46,4 Stunden.

Odgers Berndtson befragt jährlich ihr Executive Panel, das Führungskräfte von Unternehmen aller Branchen und Größenklassen in Deutschland, Österreich und der Schweiz beinhaltet. Die Befragung wurde zum fünften Mal durchgeführt.

Selbstverwirklichung: 40 Prozent der Manager wollen wechseln

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