Mehr Spielraum für SAP-Mitarbeiter. Hier das Design-Team des SAP Labs Berlin.
Mehr Spielraum für SAP-Mitarbeiter. Hier das Design-Team des SAP Labs Berlin. © Foto:SAP

Nahles-Initiative wirkt | | von Annette Mattgey

SAP ist Vorreiter und führt befristete Teilzeitarbeit ein

Der Softwarekonzern SAP hat eine Regelung für befristete Teilzeit eingeführt - wie sie von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) in einem Gesetzentwurf geplant ist und von vielen Arbeitgebern abgelehnt wird. Auch Personaler wie etwa Ute-Maria Zankl von Sapient Razorfish - zweifeln, ob sich der Mehraufwand lohnt.

Die 19.000 SAP-Beschäftigten in Deutschland können ab sofort für eine Zeit zwischen einem Monat und drei Jahren in Teilzeit gehen und dann wieder auf ihre ursprüngliche Stelle zurückkehren. Dies ist auch mehrfach möglich. Wer unbefristet in Teilzeit gehen möchte, kann das ebenfalls nach wie vor tun.

Für SAP ist die Maßnahme Teil seiner Employer-Branding-Strategie: "Lebensphasengerechtes Arbeiten und individuelle Flexibilität sind gerade in der heutigen Zeit wichtige Themen," sagt Angela Todisco, Personalleiterin SAP in Deutschland. "Die Rückmeldung der Kollegen ist ausnahmslos positiv. Mit diesem Modell geben wir schon heute die Antwort auf die sich immer stärker individualisierenden Anforderungen in Bezug auf die Arbeitszeiten unserer Mitarbeiter." 

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur betonte Todisco: "Der Impuls kam aus unserer Mitarbeiterbefragung." Die Vereinbarung werde zwischen Mitarbeiter und Chef geschlossen. Nach ihrem Ablauf kehrt der Kollege automatisch in den vorherigen Beschäftigungsgrad zurück. Bislang war eine solche Reduzierung auf Zeit nur in Ausnahmefällen möglich.

Der Entwurf von Nahles sieht vor, dass Beschäftigte, die zeitlich begrenzt ihre Arbeitszeit verringern möchten, danach zur ursprünglichen Regelung zurückkehren können. Solche Regelungen gibt es vereinzelt schon in anderen Betrieben. Etwa beim IT-Konzern IBM haben die Mitarbeiter laut der Gewerkschaft Verdi die Möglichkeit, bis zu drei Jahre zu reduzieren. Vor allem in der IT-Branche, wo qualifiziertes Personal knapp ist, gingen die Firmen auf solche Wünsche ein, hieß es von der Gewerkschaft.

Und was ist, wenn alle Mitarbeiter über die Sommermonate auf Teilzeit gehen wollen? "Wir hoffen, dass wir die Wünsche aller Mitarbeiter im Dialog berücksichtigen können", sagt SAP-Personalerin Todisco. "Unsere Beobachtung ist, dass unsere Mitarbeiter sorgsam mit den Freiheiten umgehen, die das Unternehmen ermöglicht."

am/mit dpa

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