Dreamforce 2015 | | von Irmela Schwab

Salesforce-Gründer Benioff macht Frauenförderung zur Chefsache

Der Highway vom Flughafen ins Zentrum von San Francisco ist gesäumt mit großen Plakaten. Tech-Firmen versprechen die Kundenbeziehungen zu intensivieren, und den vielen Informationsfetzen einen Sinn zu verleihen, die sich im Internet anhäufen: Allein in den vergangen zwölf Monaten wurden 90 Prozent des globalen Datenvolumens generiert. Einer, der mit Datenwirrwarr aufräumen will, ist Marc Benioff, CEO und Gründer von Salesforce.

Das Software-Unternehmen hat dieses Jahr zum 13. Mal nach San Francisco geladen. Gut 160.000 Fachteilnehmer sind in die kalifornische Metropole gekommen, um über neue Salesforce-Tools zu erfahren, einen Blick auf disruptive Startups wie Uber, Fitbit und Autodesk zu werfen - und natürlich zu feiern: Der Höhepunkt ist ein Konzert mit den Foo Fighters, das "Dreamfest". Auch  ein Kreuzfahrtschiff am Pier steht bereit - auf dem "Dreamboat"  waren übrigens gut 1100 Übernachtungsgäste ausgelagert, die Stadthotels platzen angesichts der jährlich steigende Besucherzahlen offenbar aus den Nähten.

Benioff, der das Unternehmenslogo in Form einer Wolke selbst auf dem Schuh trägt, mag solche Superlative: Salesforce ist das größte Anbieter von CRM-Lösungen weltweit. Veranstaltet die größte Non Profit-Konferenz weit und breit. Im nächsten Jahr will Benioff seine Firma zum viertgrößten Software-Unternehmen weltweit machen. Hinter Oracle, SAP und Microsoft.

Um das Ziel zu erreichen und weiter zu wachsen, hat der Firmenboss neue Produkte entwickelt oder optimiert und auf der viertägigen Konferenz vorstellt. Darunter die Salesforce Analytics Cloud mit Erkenntnissen und Aktionen für die gesamte Costumer Success Plattform. Im Unterschied zu klassischer Analyse-Software, die isoliert von Geschäftsprozessen und Workflows läuft, können Nutzer des Salesforce-Tools direkt aus dem jeweiligen Dashboard heraus Aktionen durchführen.

Für kleine Unternehmen gibt es nun SalesforceIQ for Small Business. Mit dem neuen Tool will der Cloud-Anbeiter gezielt KMU unter die Arme greifen und dabei helfen Zeit zu sparen. Automatisch werden alle relevanten Informationen und Erkenntnisse aus Emails, Kalender und dem CRM-System bereitgestellt, um den Kontakt mit den Kunden zu halten. Dabei werden Deals werden verwaltet und der Vertriebsprozess beschleunigt, so dass sich die Unternehmen ganz auf das Verkaufen und den Aufbau direkter Kundenbeziehungen konzentrieren können.

Mit seiner Technologie will Benioff die Lücke zwischen Kunden und Unternehmen sowie deren Produkten schließen. Herzstück dabei ist die IoT Cloud: Die Plattform, die das Internet der Dinge miteinander vernetzt wird von Thunder, einer skalierbaren, Echtzeit-Event-Processing-Engine unterstützt und verbindet Milliarden von Ereignissen mit Salesforce. Dazu schaltet sie Ereignisse der vernetzten Welt frei, so dass Anwender zu jeder Zeit die für jeden Kunden geeignete Maßnahme ergreifen können. Benioff: „Die IoT Cloud ermöglicht es Unternehmen proaktive Aktionen in Verkauf, Service, Marketing und anderen Geschäftsbereichen eins zu eins in Echtzeit abzubilden und steigert dadurch den Kundenerfolg.“

So kann beispielsweise ein Thermostat-Anbieter anhand der Analyse von Milliarden von Ereignissen von Wettervorhersagen, Sensoren und Temperatureinstellungen, Kunden aktiv einen Hinweis geben, wie sie ihr System innerhalb des vorgegebenen Budgets besser nutzen und verwalten können.

Benioff, der viele Freunde in der Politik und im Show-Business hat, holte während seiner Produkt-Keynotes auch Stevie Wonder auf die Bühne. Der sang nicht nur "You are the sunshine of my life", sondern auch: “Dreamforce is the sunshine of my life”. Doch allem Jubel zum Trotz weiß Benioff, dass sich Salesforce ändern muss, wie er erklärte. Dafür hat der Firmengründer die Förderung von Frauen im eigenen Unternehmen zur Chefsache gemacht. Im Schlagabtausch mit Kara Swisher, Chefredakteurin beim Silicon Valley-Newsportal Recode, erklärte er: “Ein Unternehmen von unserer Größe muss sich dieser Transformation stellen, um weiterhin innovativ zu sein.”

Salesforce-Gründer Benioff macht Frauenförderung zur Chefsache

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