Monster-Studie | | von Annette Mattgey

Recruiting 2.0: Personaler nur unzureichend gerüstet

Dass die Bewerber den Personalverantwortlichen in punkto Social und Mobile Recruiting weit voraus sind, zeigen zahlreiche Studien. Das bekennen auch die Personaler offen. Der Missstand lässt sich leicht erklären: Nur 13,7 Prozent der Unternehmen führen regelmäßig Schulungen für sie durch. In der Studie "Recruiting Trends 2014" der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main wurden im Auftrag von Monster die 1.000 größten Unternehmen in Deutschland sowie die jeweils 300 größten deutschen Unternehmen aus den Branchen Health Care, IT und Maschinenbau zu ihrer Selbsteinschätzung in Hinblick auf aktuelle Trends im Recruiting befragt.

Darunter fallen aus Sicht der Forscher etwa:

  • Multi-Posting: hierbei wird eine Stellenanzeige nur einmal erfasst und dabei gleichzeitig auf mehreren Kanälen veröffentlicht.
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO): bezeichnet das Ergreifen von Maßnahmen, um zum Beispiel die eigene Karriere-Website im unbezahlten Suchmaschinen-Ranking weiter vorne zu positionieren.
  • Web Analytics: meint die Auswertung von Kennzahlen zur Messbarkeit von Personalmarketingaktivitäten im Internet.
  • Responsive Design: beschreibt die Kompatibilität von Web-Inhalten für unterschiedliche Endgeräte.

Mithilfe dieser Vorgehensweisen soll die Verbreitung der Stellenangebote erleichtert werden, dadurch die Reichweite steigen und schlussendlich auch die Besetzungsquote.

Die "Recruiting Trends 2014" zeigen deutlich, dass vor allem das Multi-Posting (74 Prozent) und die Suchmaschinenoptimierung (73,7 Prozent) von einem Großteil der befragten Unternehmen als wichtige Maßnahmen beurteilt werden. Circa die Hälfte erachtet auch Web Analytics (59,2 Prozent) sowie Responsive Design (49 Prozent) als nützliche Verfahren.

Kluft zwischen Wollen und Können

Interessant ist hierbei allerdings, dass die tatsächlichen unternehmensinternen Fähigkeiten im Gegensatz zu der Bedeutung dieser Maßnahmen eher dürftig eingeschätzt werden. Nur 38,1 Prozent halten ihre Fähigkeiten bezüglich Multi-Posting für sehr gut beziehungsweise gut. Noch schlechter sieht es in den anderen Bereichen aus: Lediglich 24,7 Prozent der Studienteilnehmer bewerten ihre SEO-Fähigkeiten als (sehr) gut. Bei Web Analytics sind es 17,5 Prozent und bei Responsive Design gerade einmal 15,8 Prozent.

Im Gegensatz dazu scheinen die befragten Unternehmen zuversichtlich, was die Kenntnisse ihrer Recruiter zu den klassischen Themen des Personalmanagements angeht. Sehr gut bis gut werden vor allem die Kommunikation mit Fachabteilungen (90,6 Prozent), die Durchführung von Bewerbungsgesprächen (89,8 Prozent) und die Bewerberselektion (84,4 Prozent) bewertet. Weniger optimistisch fallen die Einschätzungen allerdings aus, wenn es um Employer Branding (41,9 Prozent), Active Sourcing (25,6 Prozent), Social Media (25,3 Prozent) oder die Suche in Lebenslaufdatenbanken (24,7 Prozent) geht.

Noch nicht einmal jedes fünfte Unternehmen schult HR regelmäßig

"Aufgrund der Besetzungsprobleme, die zahlreiche Arbeitgeber haben, reicht es oft nicht mehr aus, Stellenanzeigen nur auf der firmeneigenen Website zu platzieren", erklärt Bernd Kraft, Vice President General Manager CE bei Monster. "Wer innovativ sein will, muss neue Fähigkeiten lernen. Wir waren überrascht, dass nur etwa 14 Prozent der Unternehmen regelmäßig intern Fortbildungsmaßnahmen durchführen. Nur ein Achtel greift hierbei auf externe Dienstleister zurück. Aber gerade neue Technologien müssen geschult werden, um sie effizient einzusetzen."

Eine Kurzzusammenfassung der Studie sowie die Vollversion können hier abgerufen werden.

Recruiting 2.0: Personaler nur unzureichend gerüstet

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