Paradox: Absolventen wollen mehr Gehalt, aber weniger leisten
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Trendence-Barometer | | von Annette Mattgey

Paradox: Absolventen wollen mehr Gehalt, aber weniger leisten

Ein befremdlicher Befund: Marketing, Medien- und E-Commerce-Studenten wünschen sich höhere Einstiegsgehälter, wollen aber weniger Arbeitszeit im Büro verbringen. Was Sie sonst noch von ihren Arbeitgebern erwarten und welche Unternehmen für sie am attraktivsten sind, zeigt die aktuelle  Sonderauswertung des Trendence Graduate Barometers 2016, das die Spezialisten für LEAD digital angefertigt haben. Im Mittelpunkt stehen dabei die abschlussnahen Wirtschaftswissenschaftler der Schwerpunktfächer E-Business, Marketing und Medienwirtschaft. Am Trendence Graduate Barometer haben in diesem Jahr über 37.000 Studierende teilgenommen. In die Sonderauswertung für LEAD digital sind 2.996 Antworten eingeflossen.

Die beliebtesten Arbeitgeber der untersuchten Studierenden sind BMW, Audi und Adidas. Bei den ersten beiden Plätzen sind sie sich mit allen anderen Kommilitonen einig (hier mehr Infos zur allgemeinen Auswertung). Etwas besser schneiden Digital-Unternehmen wie Apple und Google ab. Auffallend sind außerdem die Unternehmen, die in der Gesamtheit nur auf hintere Plätze kommen: dazu zählen etwa ProSiebenSat.1, Ferrero,Coca-Cola und Beiersdorf.

Das Wunschgehalt der untersuchten Studierenden liegt bei 42.900 Euro brutto pro Jahr. Im vergangenen Jahr lag das bei 42.000 Euro. Das bestätigt den allgemeinen Trend in allen Fächergruppen: Die Gehaltswünsche gehen nach oben.

Gleichzeitig stagniert die Leistungsbereitschaft bzw. geht sogar leicht zurück - wenn auch kaum nennenswert: 42,8 Stunden pro Woche sind die Studierenden bereit zu arbeiten. 2015 waren es 42,9 Stunden.

Auch wenn die Gehaltswünsche steigen: Auf Selbstverwirklichung, eine passende Unternehmenskultur und ein gutes Unternehmensimage wollen die Absolventen deshalb nicht verzichten.

Das erwarten die Studierenden von ihrem künftigen Arbeitgeber: Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung, attraktive Arbeitsaufgaben, Wertschätzung, Kollegialität und guten Führungsstil. Die wichtigsten Faktoren haben also zum einen mit der Unternehmenskultur, zum anderen aber auch mit den eigenen Herausforderungen im Job zu tun.

Etwa 19 Prozent der Befragten spielen mit dem Gedanken, während oder kurz nach dem Studium ein Startup zu gründen. Damit ist diese Gruppe etwas gründungsfreudiger als der Durchschnitt.  Fast jeder fünfte Absolvent geht damit den Unternehmen als potenzieller und gut ausgebildeter Mitarbeiter verloren. Mehr als in anderen Fachbereichen, denn bei den Wirtschaftswissenschaftlern liegt der Durchschnitt bei 16,7 Prozent.

Das sind die beliebtesten Arbeitgeber:

E-Business, Marketing und Medienwirtschaft Business Gesamt
Rang Top-Arbeitgeber Prozent Rang Prozent
1 BMW 14,0% 1 13,6%
2 Audi 12,5% 2 11,0%
3 Adidas 9,9% 8 6,4%
4 Daimler/ Mercedes-Benz 9,4% 3 8,6%
5 Porsche AG 9,2% 4 8,4%
6 Google 8,9% 5 7,3%
7 Apple 8,4% 10 5,1%
8 Lufthansa 6,8% 6 6,5%
9 Nike 6,0% 21 3,0%
10 Unilever 5,7% 22 2,8%
11 L'Oréal 5,6% 22 2,8%
12 Bosch Gruppe 5,2% 6 6,5%
13 Volkswagen 5,0% 11 4,8%
14 ProSiebenSat.1 4,9% 27 2,3%
15 Red Bull 4,3% 26 2,4%
16 Beiersdorf 3,9% 27 2,3%
16 Coca-Cola 3,9% 42 1,8%
18 dm-drogerie markt 3,7% 18 3,1%
18 Procter & Gamble 3,7% 36 2,0%
20 Ferrero 3,5% 42 1,8%

Erwartungen an den zukünftigen Arbeitsplatz:

Erwartungen E-Business, Marketing und Medienwirtschaft
   
Challenge  
Attraktive Arbeitsaufgaben 96,7%
Persönliche Entwicklung 96,8%
Guter Führungsstil 95,3%
Hohes Maß an Eigenverantwortung 84,0%
Internationales Umfeld 68,0%
   
Conditions  
Gute Karriereperspektiven 94,8%
Weiterbildungsmöglichkeiten 93,1%
Hohes Einstiegsgehalt 73,4%
Status & Prestige 53,0%
   
Corporate  
Unternehmenserfolg 85,2%
Attraktiver Standort 80,1%
Attraktive Produkte/Dienstleistungen 80,2%
Innovationskraft 74,6%
   
Culture  
Wertschätzung der Mitarbeiter 95,7%
Kollegialität 95,3%
Gute Work-Life-Balance 90,9%
Sicherheit der Anstellung 85,6%
Chancengleichheit 83,8%
Corporate Social Responsibility (CSR) 70,4%
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