Recruiting | | von Annette Mattgey

Nix wie weg: Zehn Prozent der deutschen Jobsucher wollen ins Ausland

Zugvögel sind die deutschen Arbeitnehmer nicht gerade: Zehn Prozent der Wechselwilligen suchen eine Stelle im Ausland. Damit liegen die Deutschen im Mittelfeld (Platz 36 von 55 untersuchten Staaten). Wer sich international nach einer neuen Stelle umsieht, versucht nach Großbritannien, Kanada oder die USA zu kommen. Deutschland ist weniger beliebt. Indeed Hiring Lab, ein Forschungsinstitut mit Fokus auf Human Resources und Talent Management, analysiert in einer neuen Studie die globalen Präferenzen bei der Jobsuche.

Die Untersuchung zeigt, für welche Länder sich Kandidaten in einem internationalen Umfeld besonders interessieren. Englischsprachige Industrienationen wie die USA, Großbritannien und Kanada sowie das Schwellenland Indien zählen danach zu den beliebtesten potentiellen Zielen für Arbeitsuchende weltweit. Deutschland liegt im internationalen Vergleich auf Platz zehn und damit hinter anderen EU-Ländern wie Großbritannien, Frankreich und Italien. Die USA, Großbritannien, Indien und Kanada sind die Länder, für die sich Jobsuchende aus der größten Anzahl verschiedener Länder interessieren. Besonders die USA stechen hier auf Platz eins hervor.
 
Nach Jobs in Deutschland wird vor allem aus den direkten Nachbarländern gesucht, besonders Polen, Österreich und der Schweiz. Aber auch für Kandidaten aus den USA und Großbritannien sind freie Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt von Interesse. Daneben zeigt die Studie von Indeed, wie viele Deutsche sich einem Job im Ausland gegenüber offen zeigen.

Rund 10,5 Prozent der Kandidaten in Deutschland interessieren sich für internationale Stellen – damit liegt Deutschland auf Platz 36 der untersuchten Länder. Zu den begehrtesten Arbeitsmärkten der Deutschen gehören die USA und Großbritannien, danach die Nachbarländer Schweiz, Polen und die Niederlande. 
 
Es zeigt sich, dass Englisch als wichtigste Weltsprache bei der internationalen Jobsuche ein entscheidender Faktor ist und Arbeitsmärkte in den USA, Großbritannien, Kanada und Indien besonders attraktiv macht. Nach Stellen in Deutschland erkunden sich hauptsächlich Interessenten aus (teils deutschsprachigen) Nachbarländern.
 
Mobilität innerhalb der Europäischen Union

Die Studie von Indeed zeigt, dass es zwischen den europäischen Nachbarstaaten starke Verbindungen in Bezug auf die Jobsuche gibt. Nicht nur Deutschland ist eng mit den Nachbarländern verbunden. So erkunden sich Kandidaten in Frankreich verstärkt nach Stellen in Großbritannien, der Schweiz und Belgien, Arbeitssuchende aus Italien vor allem in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Großbritannien – allerdings liegen auch in diesen Ländern die USA an der Spitze.

Unter den vier größten Schwellenländern (China, Indien, Russland und Brasilien) bietet offenbar nur Indien einen international attraktiven Arbeitsmarkt. Indien ist für Jobsuchende aus den USA das begehrteste Land und für Arbeitssuchende aus Australien, Saudi-Arabien und Singapur die Nummer zwei. Brasilien, China und Russland zählen dagegen in keinem anderen Land zu den beliebtesten Märkten. 
 
"Mit dieser Studie, die insgesamt Daten aus 55 Ländern erfasst, erhalten wir einen spannenden Einblick in das Jobsuchverhalten von Kandidaten auf der ganzen Welt”, so Tara M. Sinclair, Ökonomin und Professorin für Volkswirtschaftslehre und Internationale Beziehungen an der George Washington University. "Wir wissen, dass der Arbeitsmarkt ständig globaler wird und immer mehr Arbeitnehmer erhalten Angebote aus der ganzen Welt oder suchen aktiv in anderen Ländern nach neuen Möglichkeiten und Herausforderungen. Diese Mobilität könnte dabei helfen, Arbeitsmärkte auszugleichen und Talente dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden."
 
"Jedes Land weltweit kämpft um die besten Talente. Das Missverhältnis von freien Stellen auf der einen und fehlenden Fachkräften auf der anderen Seite steht immer wieder im Mittelpunkt der Debatten über die Massenarbeitslosigkeit in der EU", so David Ruddick, Vice President International Markets bei Indeed. "Zudem ist die Diskrepanz zwischen den Absichten von Arbeitnehmern, die für einen Jobwechsel bereit wären, ins Ausland zu gehen und der tatsächlichen Umsetzbarkeit dieses Vorhabens ein klares Zeichen an die Politik. Das Wachstum der Weltwirtschaft hängt von einem energischeren und strukturierten Ansatz zur internationalen Mobilität ab."
 

Nix wie weg: Zehn Prozent der deutschen Jobsucher wollen ins Ausland

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