Weltfrauentag 2014 | | von Annette Mattgey

Mütter kehren verstärkt auf die Chef-Position zurück

Weiblichen Führungskräften gelingt der Weg zurück ins Unternehmen nach der Elternzeit leichter als der Durchschnittsangestellten. In 43 Prozent der Firmen sitzt mehr als jede zweite Mutter nach der Kinderpause wieder an ihrem Chef-Schreibtisch. Um die Gleichberechtigung weiblicher Mitarbeiter zu erreichen, hat die Hälfte der Unternehmen bereits flexible Arbeitsmodelle und Frauenfördermaßnahmen initiiert. Woran es ihrer Meinung nach vor allem hapert: an der gesellschaftlichen Zuschreibung von Rollenbildern für Frauen. Das ist eines der Ergebnisse der Arbeitsmarktstudien des Personaldienstleisters Robert Half

In etwa jedem zehnten deutschen Unternehmen (elf Prozent) besetzt keine Frau eine geschäftsführende Position. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der befragten HR-Manager und CFOs sind der Meinung, dass Frauen schlechtere Aufstiegschancen haben als Männer. Verantwortlich machen sie vor allem das traditionelle Rollenbild für Frauen (66 Prozent Zustimmung) und die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf (65 Prozent Zustimmung). Lediglich 15 Prozent waren der Meinung, dass sich Frauen Karrierechancen durch fehlenden Ehrgeiz selbst verbauen.

Ein fast ausgewogenes Geschlechterverhältnis in der Führungsriege herrscht in gerade mal sieben  Prozent deutscher Unternehmen (41 bis 50 Prozent Frauenanteil). Dass alle Spitzenpositionen mit Frauen besetzt sind, kommt nur bei zwei Prozent der Studienteilnehmer vor und auch nur bei kleineren Arbeitgebern mit 50 – 499 Mitarbeitern. 65 Prozent der befragten Entscheider bezifferten den Frauenanteil in der Geschäftsleitung ihres Unternehmens auf maximal 20 Prozent.

Familienfreundliche Arbeitszeiten, Förderung und faires Gehalt

Als besonders geeignete Schritte auf dem Weg zur Gleichberechtigung im Berufsleben bezeichnen 52 Prozent der Studienteilnehmer flexible Arbeitsmodelle und die Möglichkeiten zum Job-Sharing. Ebenso viele halten die frühe Förderung besonders talentierter Mitarbeiterinnen für zielführend. Zur Gleichberechtigung zählt auch die gleiche Bezahlung für gleiche Leistung. Entsprechend sprechen sich 44 Prozent der befragten HR-Manager für die Überprüfung von Gehaltsgruppen aus.

58 Prozent der Arbeitgeber haben bereits flexible Arbeitsmodelle eingerichtet, weitere 19 Prozent wollen hier noch nachlegen. Teilzeit oder Job Sharing ist bei 56 Prozent möglich, Home Office dagegen nur in jedem dritten Unternehmen. Daran etwas ändern, wollen nur 13 Prozent. Geld für die Kinderbetreuung lassen 24 Prozent springen. Eigene Kitas haben 21 Prozent.

„Bei der Förderung von Frauen und der Akzeptanz von weiblichen Führungskräften sind Arbeitgeber in den vergangenen zehn Jahren einen guten Schritt nach vorne gegangen. Trotzdem gibt es, wie die Arbeitsmarktstudie zeigt, weiterhin viel Verbesserungspotenzial. Der Weltfrauentag ist ein idealer Anlass für Unternehmen, sich über den Ausbau von Karrierechancen für Frauen Gedanken zu machen. Nicht zuletzt wegen der wachsenden Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifiziertem Personal liegt es im Interesse von Unternehmen, geeignete Mitarbeiterinnen durch attraktive Angebote zu gewinnen beziehungsweise längerfristig an sich zu binden. Dazu zählen familienfreundliche Arbeitszeitmodelle oder eine Kinderbetreuung im Unternehmen ebenso wie Aufstiegsmöglichkeiten und ein faires Gehalt″, so Sven Hennige, Managing Director Germany & Central Europe von Robert Half.
    

Mütter kehren verstärkt auf die Chef-Position zurück

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