Kontinuierlicher Zuwachs.
Kontinuierlicher Zuwachs. © Foto:Wollmilchsau

Wollmilchsau | | von Annette Mattgey

Mobile Recruiting: Diese Wünsche müssten Personaler stärker berücksichtigen

61 Prozent der Online-Karriereangebote von 160 börsennotierten Unternehmen im Dax, TecDax, MDax und SDax sind mobiloptimiert. Das zeigt die neue Auflage der Mobile-Recruiting-Studie der Digitalagentur für Personalmarketing und Employer Branding Wollmilchsau, die jährlich den Status quo des Mobile Recruitings in Deutschland analysiert (hier geht's zur vollständigen Studie). Damit nimmt die Anzahl der mobil optimierten Karriereseiten stetig zu. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs das Angebot um rund ein Viertel. 2015 bot noch nicht mal jede zweite Firma mobile Karriereseiten an.

Ob das reicht? Der Anteil der deutschen Bevölkerung, der das mobile Internet nutzt, ist 2015 auf 70 Prozent gestiegen und 36 Prozent der 14-bis-29-jährigen nutzen das Smartphone. Unternehmen sollte mittlerweile also bewusst sein, was ihnen entgeht, wenn sie ihr Karriereangebot nicht für mobile Geräte optimieren: jede Menge potenzielle Bewerber.

Mit einem durchschnittlichen Mobile-Recruiting-Index von rund 60 Prozent führen die Branchen Telekommunikation und IT / Computertechnik die Liste an.

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Das sind die Hürden im mobilen Bewerbungsprozess

Bis es zur mobilen Bewerbung kommt, muss der Bewerber einige Hindernisse überwinden. Besonders deutlich wird das beim Blick auf die einzelnen Bestandteile des mobilen Bewerbungsprozesses. Der ist alles andere als optimal: die Stellenbörse ist bei nur 56 Prozent der Unternehmen optimiert, das Bewerbungsformular nur bei 31 Prozent. Nur 16 Prozent der analysierten Unternehmen bieten die Möglichkeit des Social Connect, also eine Verknüpfung mit dem Xing- bzw. Linkedin-Profil.

Wie funktioniert die Mobile-Application-Journey?

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Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen sich noch immer zu wenig mit dem Nutzungsverhalten ihrer Zielgruppen auseinandersetzen. "Wir haben uns dafür ausführlicher mit dem mobilen Verhalten von Bewerbern auseinandergesetzt und eine 'Mobile Application Journey' erstellt, also den idealtypischen Verlauf einer mobilen Bewerbung", erklärt Jan Kirchner, Geschäftsführer bei Wollmilchsau.

Diese Journey gliedert sich in die beiden Phasen Orientierung und Bewerbung. Am Anfang, während der Orientierungsphase, folgt aus der jeweiligen Situation des Bewerbers heraus (aktive oder passive Suche) die Besinnung auf das eigentliche Bedürfnis. Je nach Bedürfnis werden passende Informationen eingeholt – allgemeine zum Unternehmen (Identifikation/ Geografie/ Arbeitsbedingungen) oder zu speziellen Karrierestufen oder Positionen. Je nach Bedürfnis wird unterschiedlich gesucht. Es gibt also verschiedene Möglichkeiten, über die ein Kandidat auf die Webseite des Unternehmens gelangt – entweder direkt oder über die Suche via Google oder verschiedene Jobsuchmaschinen.

Es folgt die Phase der Bewerbung, hier wird zwischen vier möglichen Kontaktpunkten unterschieden. Der Kandidat informiert sich auf dem mobilen Auftritt des Unternehmens, er navigiert sich zur Stellenbörse auf der Suche nach einem passenden Job und steuert (wenn er fündig geworden ist) das Bewerbungsformular an. Im Idealfall muss der Bewerber keine langen Formulare ausfüllen oder verschiedene Dokumente hochladen, sondern kann per Social Connect seine persönlichen Karriere- und Kontaktinformationen von Xing oder Linkedin freigeben. Ist eine der Stationen entlang der Mobile-Application-Journey Phasen nicht mobiloptimiert, ist die Gefahr groß, dass der Kandidat frustriert abspringt.

Das sind die 4 Typen, wie Firmen mit Mobile im Recruiting umgehen:

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Laggards – 29,8 Prozent

Die Nachzügler stellen die größte Gruppe der Unternehmen dar. Hier lässt die Mobiloptimierung ihres Karrierebereichs stark zu wünschen übrig.

• Inconsistants – 24,7 Prozent

Die Unbeständigen. Sie haben zwar einiges begriffen, vergeben aber wichtige Chancen, weil sie zwar die Seiten für die Informationsphase angepasst haben, aber im Bereich der Bewerbung versagen. 

• Vanguards – 26,9 Prozent

Die Vorreiter machen lediglich 26,9 Prozent der Unternehmen aus. Nur 8,9 Prozent haben im Index die 100 Prozentpunkte geschafft.

• Widdershins – 4,5 Prozent

Die Widersprüchlichen sind am kuriosesten. Sie verhalten sich "falsch herum" – sie optimieren die Bewerbung, aber nicht die Information. Es ist nicht anzunehmen, dass ein mobiler Jobsuchender die nicht-optimierte Orientierungsphase überhaupt auf sich nimmt - somit ist die optimierte Bewerbungsphase zum Schluss vermutlich völlig vergebens.

Mobile Recruiting: Diese Wünsche müssten Personaler stärker berücksichtigen

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