Kelly Global Workforce Index | | von Annette Mattgey

Mitarbeiter wollen lieber mehr Wissen als mehr Macht

Sich neue und gefragte Fähigkeiten anzueignen ist der Mehrheit der Angestellten wichtiger als eine Beförderung. Viele würden für neue Kenntnisse sogar auf ein höheres Gehalt verzichten. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage im Rahmen des Kelly Global Workforce Index (KGWI). Vor die Wahl gestellt zwischen einem Aufstieg im Unternehmen und dem Erwerb neuer Fähigkeiten, entschieden sich überwältigende 76 Prozent für letzteres. Ganze 45 Prozent würden für die Chance, sich weiterzubilden, sogar auf ein höheres Gehalt und/oder Karrierefortschritt verzichten.

“Berufliche Weiterentwicklung in Form des nächsten Karriereschrittes ist für viele Menschen wichtig, jedoch nicht so wichtig wie die Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten, die Selbstsicherheit und eine höhere Qualifikation auf lange Sicht verspricht,“ erläutert Thomas Schenk, Geschäftsführer von Kelly Services Deutschland.

Die aktuelle Ausgabe des Kelly Global Workforce Index mit dem Thema Karriereentwicklung untersucht die Einstellung von Angestellten zu ihrer Karriere und wie Arbeitgeber dazu beitragen können, dass ihre Mitarbeiter ihre Karriereziele erreichen und somit motiviert und engagiert bleiben.

Weitere Ergebnisse der Studie zeigen:

•    Weniger als ein Drittel der Arbeitnehmer weltweit glaubt, dass sie ihre Karriere bei ihrem aktuellen Arbeitgeber voranbringen können. Die besten Aussichten herrschen in Russland (46 Prozent), Portugal (44 Prozent) und Polen (40 Prozent); die schlechtesten in Frankreich (18 Prozent), Dänemark und Belgien (beide 26 Prozent). Deutschland liegt mit 30 Prozent im guten Mittelfeld.
•    Nur 17 Prozent der Deutschen sagen, ihr Arbeitgeber biete Ihnen gute Karriereaussichten.
•    49 Prozent der befragten Arbeitnehmer beabsichtigen, in diesem Jahr den Job zu wechseln.
•    Immerhin 56 Prozent der Angestellten geben an, sie haben im letzten Jahr ein Karrieregespräch mit ihrem Vorgesetzten gehabt.
•    Von diesen fanden 38 Prozent das Gespräch hilfreich in punkto Fortbildungsmöglichkeiten und 26 Prozent beim Thema Karriereentwicklung.
•    Weniger als ein Viertel (23 Prozent) finden die von ihrem Arbeitgeber angebotenen Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung, wie Training, Mentoring, Testverfahren und Coaching, zufriedenstellend.

Thomas Schenk schließt aus den Ergebnissen auf die Wichtigkeit von Weiterbildung und Entwicklungsmöglichkeiten für die Angestellten, die beides ganz klar als Investition in ihre Zukunft betrachten. Viele Arbeitgeber belohnen ihre Angestellten mit einer Beförderung. Lohnenswerter ist es jedoch oft, in die Fortbildung und berufliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter zu investieren, da es ihnen in einem sich schnell verändernden Arbeitsmarkt hilft, wettbewerbsfähig zu bleiben und zur persönlichen Zufriedenheit beiträgt.

Regelmäßige Entwicklungsgespräche mit Angestellten sind ebenfalls wichtig, genauso wie die konsequente Umsetzung zusammen mit dem Mitarbeiter. Dabei sollten sie so geführt werden, dass sie ein wirklicher Mehrwert für die Mitarbeiter sind, also Entwicklungsmöglichkeiten und Grenzen realistisch aufzeigen. Offenheit und Klarheit sind hier enorm wichtig. Dies, kombiniert mit einer langfristigen Entwicklungs- und Nachfolgeplanung, ist ein Schlüssel zu Mitarbeiterzufriedenheit und der Bindung an das Unternehmen, findet Schenk.

Der Kelly Global Workforce Index ist eine internationale Studie, die Ansichten von Teilnehmern im Arbeitsmarkt zu Arbeit und Arbeitsplatz untersucht. Die Ergebnisse werden themenbezogen in Europa, Nordamerika und im Asien-Pazifik-Raum quartalsweise publiziert. Zum aktuellen Global Workforce Index wurden etwa 230.000 Personen in 31 Ländern befragt, davon über 2.300 in Deutschland.

Die detaillierten Studienergebnisse (40 Seiten) finden Sie kostenlos hier.

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