IBM | | von Irmela Schwab

Mensch vs. Maschine: Warum Roboter nur die zweite Geige spielen

Digitalisierungs-Kritiker Andrew Keen malt gerne den Teufel an die Wand. Immer mehr, so der Silicon Valley-Entrepreneur und Autor von “Das digitale Debakel”, würden Menschen künftig von Maschinen ersetzt. Er erklärt das am Beispiel von Foto-Sharing-Portal Instagram, das nicht mal 50 Mitarbeiter hat, während Kodak zu Spitzenzeiten ein zigfaches hatte. Übernehmen Roboter jetzt die Führung?

Einem Schreckenszenario, dem ausgerechnet Virginia Rometty eine Absage erteilt. Rometty ist CEO bei International Business Machines, bekannt als IBM. Das Software-Unternehmen hat das Feld Machine Learning und Cognitive Computing für sich entdeckt: Entwickelt hat es Tools wie Watson, die  Menschen die Arbeit abnehmen, indem sie logische Schlüsse aus Vorhergehendem ziehen und damit ganz selbständig umgehen. Doch auf dem Gartner Symposium in Orlando, wo sich die Technologie- und IT-Elite traf, erklärte Rometty, dass es IBM nicht darum gehe, Arbeitsplätze wegzurationalisieren. Sondern vielmehr darum, dass Maschinen “das, was Menschen tun zu unterstützen”, ihnen dabei helfen “Dinge zu tun, die wir nicht können”.

Wie sehr IBM an diese Zukunft glaubt, in der Mensch und Maschine sich gegenseitig helfend zusammenarbeiten, zeigt der Launch einer neuen 2000-Mann starken Beratungs-Unit: Die Cognitive Business Solutions Group soll Unternehmen erklären, wie sie mit Watson Arbeitsprozesse optimieren können. Als Grund für den Weg führt IBM an, dass heutzutage viel zu viele Informationen herumschwirren, aus der selbst eine gut ausgebildete Fachkraft nicht sinnvoll einordnen kann. Da soll nun eben Watson mit seiner künstlichen Intelligenz und diversen Algorithmen rasch mitdenken.

Anstatt also - wie Andrew Keen und andere Kritiker unken - mehr Arbeit mit weniger Menschen zu machen, stellt Rometty das Gegenteil in Aussicht: "Vermutlich wird künftig jeder über Know how rund um Data und Data Science verfügen. Wir werden Menschen ganz anders ausbilden. Ganz neue Jobs werden entstehen." Die Digitalisierung allein sei nicht genug - erst kognitive Technologien machten den Unterschied, indem sie Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil böten.

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